321 Unterschriften wurden am Montag dieser Woche an Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert übergeben. Vertreter der neu gegründeten "Bürgerinitiative zur Erhaltung der Bäume und Artenvielfalt und gegen die Abrodung weiterer Waldstücke in der Feriensiedlung Haselbach" haben den Weg zum Stadtoberhaupt gesucht, um ihm die Sorgen und Bedenken der Anwohner zu unterbreiten.

In der Haselbacher Bürgerversammlung, Anfang September, hatte der Bürgermeister den Gedanken in den Raum gestellt, die Fläche zwischen Osterburgstraße und Zinnenweg für eine Bebauung in Betracht zu ziehen. Er bat um ein Meinungsbild, da doch immer wieder Nachfragen nach Bauplätzen bei der Stadt eingingen und die Fläche nicht nur in einem bereits erschlossenen Gebiet liege, sondern auch im ursprünglichen Bebauungsplan als Baufläche vorgesehen und bereits parzelliert sei.

Bürger schließen sich zusammen

Eine Reihe von Bürgern, vor allem Anlieger, hat diese Idee auf den Plan gerufen. Sie haben Kontakt zum Bürgermeister aufgenommen und im November ein Informationsschreiben aufgesetzt, in dem sie unter anderem wissen wollten, welche Pläne die Stadt mit dem betroffenen Areal verfolgt und welche Vermarktung im Falle einer Reaktivierung der Fläche als Bauland vorgesehen sei. Der Bürgermeister stellte daraufhin klar: "Es handelt sich lediglich um eine Idee und es ging mir um ein Meinungsbild. Es sind weder konkrete Planungen und noch Entscheidungen getroffen worden. Aufgrund der Vielzahl von Projekten und Maßnahmen der Stadt Bischofsheim ist für mich noch völlig unklar, ob und wann die Idee überhaupt weiterverfolgt wird. Es gibt also keinen Anlass beunruhigt zu sein." Die Bürger haben die Ausführungen des Bürgermeister nicht beruhigt. Sie schlossen sich zu einer Bürgerinitiative zusammen, sammelten die über 300 Unterschriften, die die Vertreter Rene Dickas, Stefan Jung und Marco Wagner dem Bürgermeister nun überreichten.

Viele Gerüchte im Umlauf

"Seit Ankündigung der Idee, das Waldstück eventuell als Bauland umzuwidmen, wachsen die Sorgen und Befürchtungen der Anwohner unserer Siedlung." Wie die Sprecher betonten, seien viele Gerüchte im Umlauf, bin hin zum Bau eines Hotels beziehungsweise Gästehauses durch einen Stadtrat. "Wir haben das durch stadtnahe Kreise erfahren und nehmen es sehr ernst". Die Bürgerinitiative habe es sich zum Ziel gesetzt, dass die vom Bürgermeister in den Raum gestellte Idee nicht weiter verfolgt und offiziell zurück genommen wird. 

Bürgermeister: Kein Anlass für anderweitige Spekulationen

Bürgermeister Georg Seiffert hat die Unterschriftenliste entgegen genommen und dankte der Gruppe für ihr Engagement. Die übergebenen Unterlagen dienen ihm "auf jeden Fall als Grundlage für ein Meinungsbild", welches er ja mit der Vorstellung der Idee "Reaktivierung der Fläche zw. Osterburgstraße und Zinnenweg" eingefordert hatte. Seiffert teilt der Gruppe zudem schriftlich mit: "Seitens meiner Person wird die Idee nicht weiterverfolgt, da kein konkretes Erfordernis für diese Fläche besteht. Damit kann ich aber nicht ausschließen, ob von anderer Seite irgendwann ein Antrag kommt. Dieser muss dann entsprechend im Rahmen des Verwaltungsweges beraten und abgewogen werden. Momentan liegen mir dahingehend keine Erkenntnisse vor." Die Unterlagen werden zu den Akten genommen, um sie für eine eventuell spätere konkrete Bearbeitung und Abwägung verwenden zu können. Was die Gerüchte angeht sagt Seiffert: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Anlass für anderweitige Spekulationen.