Etwas ruhiger ist es nach dem Bekanntwerden des überaus positiven balneologischen Gutachtensgeworden, doch hinter den Kulissen arbeitet die Stadt mit mehreren Partnern weiter am Konzept. Auch ein Filmkurs des Franz-Miltenberger-Gymnasiums findet darin einen Platz und fertigte im vergangenen Jahr zwei Imagefilme für den Heilquellentag in der Therme Sinnflut an. Für die Schüler war das ein besonderes Erlebnis, denn mit den Heilquellen kamen sie vorher nicht in Berührung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.


Initiative kam von der Stadt

"Die Stadt Bad Brückenau kam auf mich zu und bot eine Zusammenarbeit bei der Gestaltung des Heilquellentags in der Therme Sinnflut an", erklärt Filmlehrer Heiko Berner das Zustandekommen der Zusammenarbeit. Er leitet schon seit mehreren Jahren das Projekt "Minzfilm", in dem jedes Schuljahr einige Schüler der 10. Klassen lernen, wie man Filme plant, dreht und nachbearbeitet. In manchen Jahren, meint Berner, könne das gelernte in der Oberstufe in einem Projektseminar angewendet und vertieft werden.

"Für die Schüler ist es sinnvoll, das gewohnte Umfeld Schule zu verlassen und mit einem externen Partner in Kontakt zu treten", ist sich der Gymnasiallehrer sicher. Aufregend war das diesjährige Filmprojekt allemal. "Dazu durften wir an mehreren Vormittagen vor der offiziellen Öffnung in der Therme Sinnflut drehen, was natürlich ein Erlebnis war: Ein Schwimmbad ohne Gäste ist schon etwas Besonderes, aber besonders skurril wird es, wenn man als Filmteam den Fehler macht, in Pullovern und langen Hosen aufzulaufen, um in einer Thermenanlage zu drehen", lacht Berner. Das sei mitunter eine schweißtreibende Angelegenheit gewesen, ergänzt er.


Zweiter Film kurz vor Vollendung

Inhaltlich überraschte das Thema die Schüler. Denn allen war vorher nicht bewusst, welcher Schatz unter ihren Füssen liege, so die einhellige Meinung. Tatsächlich beobachteten sie, dass besonders ältere Menschen die gesundheitlichen Vorteile der Quellen nutzen, meint Schülerin Johanna Blank. "Aber der Name Heilquelle hat für mich seitdem eine neue Bedeutung", ergänzt Filmkollege Maximilian Bötsch. Er hätte nicht gedacht, dass die Heilquellen eine solch positive Wirkung haben.

Und nachdem die Dreharbeiten so gut gelaufen sind, nahmen die Schüler kurzerhand noch einen weiteren Film über die Georgi-Quelle in Angriff. "Der zweite Film steht kurz vor der Fertigstellung", meint der Lehrer. Die Stadt zeigt sich sehr erfreut über die Zusammenarbeit: "Die Anwendungsgebiete der Siebener Heilquelle als Trinkkur und für Badeanwendungen ist sehr gut dargestellt, Bilder und Texte sind sehr ansprechend", lobt Karin Bauer von der Tourist-Info den ersten Film "Die Kraft der Siebener Quelle".


Viel Applaus bei der Premiere

Die Präsentation des Films beim Heilquellentag in der Therme Sinnflut wurde demnach auch mit viel Applaus honoriert. Auf den zweiten Film über die Georgi-Quelle freue man sich nun schon ganz besonders, so Bauer. Auch sonst bringt die Stadt das Heilquellenprojekt auf den Weg.Im Sommer wurde die Heilquellenbroschüre der Stadt präsentiert und erste Angebote für Heilwasserkuren mit Übernachtungsmöglichkeiten, Gesundheitscheck, Massagen und Bäder erarbeitet. Dabei stehen die Erholung und die gesundheitsfördernde Wirkung bei bestimmten Krankheiten im Vordergrund.


Beharrlichkeit ist gefragt

"Wir sind uns bewusst, dass die Arbeiten am Thema langwierig sein werden und wir einen langen Atem brauchen", meint Bauer. "Solche Angebote bringen nicht sofort einen riesen Zulauf, wir müssen das auf längere Sicht sehen." Erst vor wenigen Tagen gab es ein erneutes Treffen mit Prof. Gutenberger über weitere Möglichkeiten und therapeutische Ansätze. Über das Ergebnis des Treffens schweigt sich die Stadt bisher aus. "Bis zur Umsetzung sind noch viele zusätzliche Arbeitsschritte und Gespräche notwendig", hält sich Bauer bedeckt. In der späteren Entwicklungsphase seien die Abstimmung mit dem Staatsbad und dessen Leistungsträger aber unbedingt erforderlich.


Über das Heilquellen-Projekt:

Gutachten Im Rahmen des Heilquellen-Projekts wird an der Entwicklung von Gesundheitsangeboten gearbeitet, die im Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen der Heilquellen stehen. Ziel ist die bessere Vermarktung der Heilquellen, Ausbau und Positionierung als Gesundheitsstandort und eine Steigerung der Gästezahlen.

Fokus Dabei sollen Angebote sowohl im Sinne der Prävention als auch für Selbstzahler entwickelt werden. Auch die klassische Kur wird berücksichtigt. Auch wenn die Zahlen für ambulante und Kompaktkuren rückläufig sind, besteht das Angebot der Krankenkassen weiterhin. Der Trend geht zum Urlaub mit Gesundheitsorientierung.

Arbeitkreis Seit einem Jahr finden regelmäßig Treffen von Arbeitsgruppen mit den beteiligten Leistungsträgern statt. Dazu gehören neben Physiotherapeuten mit Kurzulassung auch die ansässigen Kliniken und der Badearzt Wildenauer.