Durchweg zufrieden sind die Sprecher der fünf Fraktionen im Stadtrat mit der bisherigen Arbeit des neuen Bürgermeisters Jochen Vogel (CSU). Dass die Christsozialen nichts am eigenen Kandidaten auszusetzen haben, liegt in der Natur der Sache. "Das ist ganz ordentlich", schildert Heribert Übelacker seinen ersten Eindruck auf Nachfrage der Redaktion.

Die PWG - die Wählergruppe ist genauso wie die CSU mit acht Sitzen im Rat vertreten - hat ebenfalls nichts zu meckern. "Es ist gut angelaufen", berichtet Dirk Stumpe. Die Zusammenarbeit sei harmonisch. Im Wahlkampf hatte Stumpe selbst als Bürgermeister kandidiert, unterlag Vogel allerdings deutlich. "Die Sitzungsleitung gefällt mir persönlich sehr gut", lobt er seinen einstigen Kontrahenten.

"Grundsätzlich sind wir zufrieden mit dem Bürgermeister", sagt auch SPD-Fraktionssprecher Florian Wildenauer. Die Bearbeitung von Anträgen aus dem Stadtrat erfolge "ganz zufriedenstellend". Die SPD stellt seit der Kommunalwahl drei Stadträte, einen mehr als zuvor. Als besonderes Anliegen nennt Wildenauer die Spielplatz-Initiative. Die SPD hat gemeinsam mit CSU und PWG ein Konzept dafür erarbeitet.

Über Parteien hinweg

Mit zwei Stadträten sind die Grünen neu ins Gremium eingezogen. Neben der Listenanführerin Eva Reichert-Nelkenstock ist das Hartmut Bös. Er sitzt bereits seit 2002 im Stadtrat, zunächst für die CSU und später als Parteiloser innerhalb der CSU-Fraktion. Er beschreibt die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister als angenehm. Die Atmosphäre sei locker.

"Früher wurde mehr in Parteien gedacht", schildert Bös. Dieses Gefühl habe er momentan nicht mehr. Als Beispiele des Zusammenwachsens nennt er die überparteiliche Spielplatz-Initiative, aber auch den Bad Brückenauer Regionalmarkt. Dieser war zunächst eine Initiative der Grünen im Wahlkampf. Inzwischen stellen sich die Organisatoren breiter auf und beziehen Vertreter anderer Gruppierungen ein.

Innenstadt nicht vergessen

Auch Adelheid Zimmermann (FDP) - seit Mai die einzige Vertreterin der Liste Freie Bürger/FDP, hebt positiv hervor, dass Vogel wohl aufgrund einer fehlenden CSU-Mehrheit den Stadtrat als "ein Gremium in Gänze" behandele. Überrascht habe sie, schon morgens um 7.35 Uhr die Antwort auf eine E-Mail bekommen zu haben, die sie erst nachts geschrieben hatte. "Das hat bislang keiner seiner drei Amtsvorgänger geschafft. Kompliment", sagt die langjährige Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin.

Allerdings mahnt sie an, dass die Entwicklung der Innenstadt nicht aus dem Blick geraten dürfe. Aktuell habe sie den Eindruck, als ob die Neugestaltung des Bahnhofsareals mitsamt des Georgi-Kurparks die größte Aufmerksamkeit bekomme. "Das könnte für die Innenstadt fatale Folgen haben", warnt Zimmermann.

Eine Bilanz des Bürgermeisters lesen Sie hier.