Die Aufnahmen werden für die geplante Ausstellung der Funde der Osterburg im Rentamt in Bischofsheim benötigt. Im Herbst vorigen Jahres haben sie schon einmal einen Anlauf für einen solchen Fototermin unternommen, doch dichter Nebel an der Burgruine machte ihnen einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Mit Daniel Fergerson (Mellrichstadt), der auch als "Rhön-Drohne" bekannt ist, trafen sie sich nun bei bestem Sommerwetter an der Burgruine. Wolfgang Schön geleitete die "Freunde der Osterburg" in einer Führung zur Geschichte der Burg und ihrer Ausgrabung über die Anlage. So werde der Imagefilm Eindrücke von einer Burgführung vermitteln sowie einige weiterführende Informationen zur Historie und der jüngeren Vergangenheit.

Ausstellung als Abrundung des Projektes

Die Ausstellung soll als Abrundung des Projektes betrachtet werden, und Fundstücke, die bei der Freilegung der Burg zu Tage kamen, ebenso wie Informationen zur Historie präsentieren. Sie soll aber auch Karten und Pläne sowie Bildmaterial aus der Vergangenheit beinhalten. Der frühere Lesesaal im Rentamt wird die Dauerausstellung beherbergen. Zum Ende des Jahres soll sie der Öffentlichkeit übergeben werden.

Bruno Werner, der Vorsitzende der Freunde der Osterburg, freute sich, dass auch Bürgermeister Georg Seiffert die Gelegenheit nutzte, in historischer Robe zur Burg zu kommen. "Unser Schultheiß in gold durchwirktem Gewand", begrüßte ihn Wolfgang Schön, der sich selbst nur als Dienstmann des Burgherrn bezeichnete.

Aus Dornröschenschlaf geweckt

Die Freunde der Osterburg haben die gleichnamige Burgruine aus dem Dornröschenschlaf geweckt und vor dem weiteren Verfall und Vergessen gerettet. 2005 wurde der Verein gegründet. Die Osterburg ließ der Fürstbischof von Würzburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts zur Sicherung der Westgrenze seines Herrschaftsbereichs erbauen. Lebendig und anschaulich weiß Schön vom Leben auf der Burg zu erzählen. "Wenn du nicht mein Bruder bist, schlag ich dir den Schädel ein", nach diesem Beispiel christlicher Nächstenliebe waren sich die Fürstbischöfe aus Fulda und Würzburg zugetan. "Sie haben um das Gebiet gestritten. Der Salzforst war ein beliebtes Jagdgebiet. Aber auch der Holzreichtum und die Salzquellen am Rande der Rhön waren ein begehrtes Gut." Die Osterburg sollte Würzburgs Revier schützen. Schön bezeichnete sie als ein trutzige Burg, die schon von weitem zu sehen war. Sie war Verwaltungssitzung des Würzburger Fürstbischofs und dokumentierte seinen Machtanspruch.

Doch der Burg war kein langes Leben beschieden. 100 Jahre nach dem Bau wurde sie verlassen. "Es war kein Brand, der die Burg zerstörte. Wir haben keine Reste gefunden, die darauf hingedeutet haben." Vermutet werde, dass der Verwaltungssitz nach Bischofsheim verlegt wurde, und die Burg damit ihre Bedeutung verlor.

In Vergessenheit geraten

Die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern trug die Burg teilweise ab, die Steine wurden anderweitig benötigt. Unter anderem befinden sich im Kloster Kreuzberg Steine der Osterburg, wusste Schön zu berichten.

Sie geriet am Ende beinahe schon in Vergessenheit, die Natur holte sich die Ruine fest vollständig zurück - bis die Freunde der Osterburg auf den Plan traten, mit dem Ziel sie dauerhaft aus ihrem Schlaf zu erwecken, und das, was noch übrig geblieben ist, für die Nachwelt zu erhalten.