Seit fast 40 Jahren ist die südafrikanische Kap-Region die zweite Heimat der Bockleterin Gabi Zahn. Seit über 15 Jahren fördert sie mit Spenden des von ihr 2003 gegründeten Vereins Cape Classic Hilfsprojekte zur schulischen Bildung dort lebender Kinder. Jetzt veröffentlichte die Kulturjournalistin mit "Babl und Buja, die Elefanteneltern" ein abenteuerliches und reich bebildertes Kinderbuch für Grundschulkinder ab fünf Jahren.

"Es war einmal ein Mann und eine Frau, die hatten sich lieb. Beide wünschten sich viele Kinder und wollten eine große Familie werden." So märchenhaft beginnt die Geschichte zweier junger Menschen, die ihr altes Leben aufgaben und ein völlig neues begannen, dabei sogar in Kauf nahmen, zu afrikanischen Elefanten zu werden, um sich ihren sehnlichen Kinderwunsch erfüllen und schließlich vier Kinder bekommen zu können.

Babl und Buja stehen in Gabi Zahns Buch als Gleichnis für die Autorin und ihre Familie. Zwar hatte das Ehepaar Zahn bereits vier Kinder - das älteste sechs Jahre, das jüngste gerade sechs Wochen alt -, als die junge Familie Anfang 1983 berufsbedingt nach Südafrika auswanderte. Doch auch die Zahns mussten in den folgenden vier Jahren wie Babl und Buja in einer ihnen völlig fremdartigen Welt leben und sich in ein neues Leben einfügen.

"Ihr müsst euch ganz sicher sein, ...., dann gefällt es euch überall", heißt es in ihrer Geschichte. Doch die Eingewöhnungszeit sei schwierig gewesen, gibt Gabi Zahn rückblickend zu, "aber sie schärfte meinen Blick für Land und Leute, und ich begann, das Land mit all seinen extremen Gegensätzen zu lieben". Die vier Jahre in der südafrikanischen Kap-Region mit ihrer unendlichen Weite, der farbenprächtigen Pflanzen- und wilden Tierwelt prägten die Unterfränkin nachhaltig. Ans Herz wuchsen ihr vor allem die in den Townships in Armut lebenden Kinder. Deshalb gründete sie 2003, längst wieder zurück in Bad Bocklet, den Festivalverein Cape Classic zur Förderung talentierter Kinder und Jugendlicher in der Kap-Region.

Ihre Liebe zu Kindern und zu Südafrika kommen in Gabi Zahns Kinderbuch "Babl und Buja, die Elefanteneltern" deutlich zum Ausdruck. Knapp 30 großformatige Farbfotos der Autorin mit Motiven der afrikanischen Tierwelt bebildern ihren märchenhaften Text, der in gut lesbarem Großdruck schon für Erstleser geeignet ist. Das in der südafrikanischen Steppe spielende Kinderbuch ist nicht nur eine romantische Liebes-, sondern natürlich auch eine Abenteuergeschichte. Denn das Elefantenpaar Babl und Buja trifft auf gefährliche Löwen, neugierige Affen und hochnäsige Giraffen.

"Ich bin so froh, dass wir uns damals für das andere Leben entschieden haben", heißt es abschließend in Gabi Zahns Kinderbuch. "Trotzdem habe ich unseren Entschluss noch nie bereut." Diese Sätze gelten nicht nur für Babl und Buja, die ihr früheres Menschenleben aufgaben, um mit Kindern glücklich zu werden. Diese Aussage gilt ebenso für die Autorin, die auch 34 Jahre nach ihrer Rückkehr aus Südafrika noch immer jedes Jahr für ein paar Wochen in die Kap-Region fliegt, um in ihr "anderes Leben" einzutauchen, vor allem aber um die Spendengelder des Vereins Cape Classic zu verteilen und dann in die glücklich strahlenden Gesichter der Kinder blicken zu können.

Informationen zum Buch: Gabi Zahn: "Babl und Buja, die Elefanteneltern", Verlagshaus Schlosser, gebunden, 30 Seiten mit vielen Farbfotos, Preis 19,90 Euro, ISBN 978-3-96200-325-8