Verlassen liegt der Steinbruch am Schwarzenberg unterhalb der Kissinger Hütte. Das Basaltwerk ist in einem schäbigen Zustand: In den Wänden des Brechergebäudes zeigen sich große Risse, die Baugeräte haben Rost angesetzt, und die großen Maschinen- und Werkzeughallen sind baufällig. "Wir können die Verkehrssicherungspflicht nicht mehr schultern", sagt Heinrich Hümpfner von den Bayerischen Staatsforsten Bad Brückenau.


Der Freistaat ist Eigentümer des Grundstücks und plant deshalb, die maroden Gebäude abzureisen. Das Risiko ist zu groß, dass Wanderer oder Spaziergänger verletzt werden, die sich auf dem Gelände aufhalten. Die Genehmigung des Landratsamtes Bad Kissingen für den Abbruch liegt vor. Hümpfner hofft, die Gebäude noch in diesem Jahr beseitigen zu können.

Neuer Pächter arbeitet mobil

Seit vor zwei Jahren der alte Pachtvertrag ausgelaufen ist, wird in Stangenroth kein Gestein mehr abgebaut. Doch inzwischen hat der Staat mit der Deutschen-Basalt-AG einen neuen Pächter gefunden. "Der Nachpächter braucht die alten Geräte und Hallen nicht mehr", erläutert Hümpfner. Die Deutsche-Basalt-AG arbeite mit einem modernen, mobilen Brecher. Damit kann sie flexibel auf die Auftragslage reagieren. In Stangenroth wird dann nicht mehr ganzjährig, sondern bei Bedarf Gestein abgebaut. Darüber dürften sich vor allem Wanderer und Wintersportler freuen, meint der Forstwirt: "Es fällt viel Lärmbelastung weg."

Weniger Schwerlastverkehr

Bürgermeister Waldemar Bug (ÖDP) sieht die Entwicklung positiv: "Es entfällt eine Menge Schwerlastverkehr durch die Gemeinde." Wirtschaftlich wirke sich der Abriss kaum aus. Arbeitsplätze gingen keine verloren, wenn in einem Steinbruch der Großteil der Arbeit durch Maschineneinsatz bewerkstelligt werde.

Hümpfner geht ohnehin davon aus, dass der Steinbruch bald endgültig erschöpft ist. "Es wird keine zehn Jahre mehr dauern. Wahrscheinlich eher drei bis fünf, dann ist da oben Schluss."

Teilerhalt

Trotzdem wird die Anlage nicht vollständig abgerissen. "Es gibt eine Holzhütte, die als Aufenthaltsraum für die Arbeiter genutzt wurde. Die ist noch in einem guten Zustand", berichtet Hümpfner. Der Naturpark Rhön hat zwar kein Interesse, die Hütte für Wanderer zu nutzen. Doch sie bleibt als Unterstand für Waldarbeiter bestehen, die im umliegenden Oberbacher Forstrevier tätig sind. Ebenso soll ein Unterstand für Baumaschinen zu einem Schlechtwetter-Arbeitsplatz für die Forstarbeiter umfunktioniert werden.

Laut Hümpfner gibt es noch eine dritte Neuerung: "Ein gut erhaltener ehemaliger Bierkeller wird zu einem Fledermausbunker. Er dient dazu, dass die Tiere ein Winterquartier haben." Im Sommer finden die nachtaktiven Säugetiere im Wald ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten, etwa in toten, hohlen Baumstämmen. Im Winter ist ihr Lebensraum knapper.

Ansprüche an das Winterquartier

Naturschützer Dieter Fünfstück vom Bund Naturschutz begrüßt das Vorhaben. "Ich halte es für sehr sinnvoll", sagt er. "Von der Lage her müsste es gut angenommen werden." Fledermäuse benötigen als Winterquartier einen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen vier und zehn Grad. Ein ehemaliger Bierkeller bietet für die Zeit von Oktober bis Mitte April genügend Schutz vor der Witterung.

Bis zu 300 Tiere

Früher haben heimische Fledermausarten vor allem in alten Gewölbekellern Winterschlaf gehalten. Solche Keller gibt es heute kaum noch und mit ihnen weniger Winterquartiere in Siedlungsnähe. Wie gut der Fledermausbunker im alten Basaltwerk tatsächlich angenommen wird, lässt sich nicht vorhersagen.

"In so einem Keller können ohne Weiteres bis zu 300 Tiere verschiedener Arten überwintern", sagt Fünfstück. Es können aber auch nur drei Tiere sein. Ebenso ist es möglich, dass es Jahre dauert, bis das Quartier besiedelt wird. "Trotzdem ist es wichtig, dass das Angebot da ist", betont der Naturschützer.