In einigen anonymen Online-Kommentaren ist behauptet worden, die Polizisten hätten sich arrogant verhalten. Der Vorfall eignet sich wohl nicht zu einem Polizei-Skandälchen.

Nach Überzeugung von Haschke und Hofmann haben sich die vier Beamten - eine Frau und drei Männer im Alter von Mitte 30 bis Mitte 50 - korrekt und professionell verhalten. Ihr Einschreiten sei richtig und notwendig gewesen. Das habe eine Befragung der Beamten ergeben, die dazu extra aus ihrer Freitzeit gerufen wurden.

Der Vorfall hatte sich in der Nacht auf Dienstag in der Schönbornstraße ereignet. Nach dem offiziellen Abi-Ball im Regentenbau, der vollkommen problemlos verlaufen ist, haben einige Abiturienten dieses und wohl auch eines früheren Jahrgangs ein ganz besonderes Zeugnis ihrer Reife abgelegt. Sie feierten in einer Bar in der Schönbornstraße munter weiter.

"Gegröle und laute Musik"

Wie Haschke sagte, beschwerte sich um 2.17 Uhr ein Anwohner über den ruhestörenden Lärm. Er habe "lautes Gegröle und laute Musik" beklagt . Eine Streife, so Haschke, sei hingefahren. Sie hätten 80 bis 100 Feiernde vorgefunden, Teilnehmer des Abiballs. Die Musik sei "sehr laut" gewesen. Sie hätten sich gewundert, dass die Polizei erst jetzt gerufen worden sei.

Auf Bitten der Beamten habe die Wirtin Fenster und Türen geschlossen und die Musik leiser gedreht. Die Ordnungshüter hätten es dabei belassen und seien wieder abgerückt. Die Stimmung im Lokal sei gut gewesen.

Stimmung immer aggressiver

Um 3.45 Uhr habe ein anderer Anwohner die Inspektion alarmiert und massiven ruhestörenden Lärm beklagt. Eine Streife sei in die Schönbornstraße gefahren. Vor Ort hätten sie 20 bis 30 Feiernde im Freien vorgefunden, darunter fünf, die des Lokals verwiesen worden waren. Glasscherben seien herumgelegen und die Reste eines Engels aus Ton, der auf einem Fensterbrett in der Bar gestanden habe. Haschke nannte die Stimmung "zusehends aggressiv". Die Sache "schien einen unfriedlichen Verlauf zu nehmen". Die Beamten hätten versucht, Platzverweise auszusprechen. Das ging wegen des Lärms aber nicht.

Sie hätten daher versucht, einen Hauptakteur "aus der Anonymität herauszuziehen", indem sie seine Personalien feststellten. Da sei es zu "Heil-Hitler"-Rufen gekommen, unter anderem durch eine Frau.

Haschke: "Jetzt sind wir im Bereich von Straftaten, da gibt es keinen Ermessensspielraum." Die Beamten hätten die Identität der Frau festgestellt und eine zweite Streife herbeigerufen. Die Beamten seien bedrängt, beschimpft und provoziert worden. Man habe Zigarettenkippen auf sie geschnippt. Sie hätten aber professionell reagiert und seien ruhig geblieben.

Schließlich sei ein Mann, wie angedroht, in Gewahrsam genommen worden. Zuvor sei er mehrfach aufgefordert worden, den Ort zu verlassen. Er musste auf der Wache "abkühlen". Dann durfte er gehen. Kurz vor 5 Uhr sei Ruhe eingekehrt.

Haschke: "Wenn wir einen Fehler machen, stehen wir auch dazu." Das sei hier nicht der Fall. Es liege auch keine offizielle Beschwerde vor, so Hofmann. Die Sache ist noch längst nicht ausgestanden. Mehrere Anzeigen sind erstattet worden.