Die Grünen, die bei der letzten Landtagswahl 2021 noch 6,3 Prozent der Stimmen holten, balancieren in der ZDF-Umfrage und auch bei anderen Instituten genau auf der Fünf-Prozent-Hürde. Auf ihren Einzug muss Schwesig aber wohl hoffen, wenn sie weiterregieren will. Der FDP droht gar das Verschwinden in der Versenkung. Statt 5,8 Prozent wie 2021 sahen Demoskopen sie bei zwei bis drei Prozent - in den jüngsten Umfragen wurde sie nicht einmal mehr gesondert aufgeführt.
CDU droht historisch schlechtes Abschneiden
Größter Verlierer ist aber zweifellos die CDU, die quasi zwischen den beiden stärksten Kräften zerrieben wird. Der Spitzenkandidat im Land, Daniel Peters, hatte schon angesichts des Landtagswahlergebnisses in Sachsen-Anhalt beklagt, «dass die Polarisierung nur dazu führt, dass die AfD immer stärker wird». Dies müsse ein Ende haben, forderte er.
Auch der langjährige CDU-Landeschef Eckhardt Rehberg benannte die Polarisierung als einen Grund für das womöglich schlechteste Abschneiden bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Partei. Zugleich räumte er ein, dass die Bundesregierung in Berlin unter Kanzler Merz kein gutes Bild abgebe.
Die CDU war in den Umfragen fürs Land zuletzt weiter abgerutscht. Zu Beginn des Sommers stand sie immerhin noch bei etwa 10 Prozent, aber auch in der ARD-Umfrage vom Donnerstag lag sie - wie nun beim ZDF - schon bei 7 Prozent. Bei der ARD ist das noch einmal ein Prozentpunkt weniger als in einer Anfang September veröffentlichten Erhebung des gleichen Instituts, während die SPD einen Punkt auf 33 Prozent hinzugewinnt. Der Wert der AfD steigt in der ARD-Befragung noch stärker von 35 auf 38 Prozent.
Infratest-Dimap befragte von Montag bis Mittwoch, also nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Das ZDF hatte in den vergangenen Monaten keine speziellen Mecklenburg-Vorpommern-Daten erhoben, mit denen ein Vergleich möglich wäre.
Eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Insa-Instituts für den «Nordkurier» sieht die CDU ebenfalls bei 7 Prozent. Diese Befragung fand vom 1. bis 8. September statt, also teilweise noch vor der Wahl in Sachsen-Anhalt.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungen die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.