Nach Bekanntwerden der Ermittlungen hatte Krach bereits mehrmals Vorwürfe zurückgewiesen. Er äußerte die Einschätzung, dass es konkret um ein Vergabeverfahren zur Nachnutzung eines Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover gehe. Er war als Regionspräsident Chef des Aufsichtsrates der Klinik. In einem Bieterverfahren konkurrierten zwei Unternehmen um den Zuschlag.
Einer der Bieter überwies laut Krach noch während des laufenden Verfahrens eine Spende in Höhe von 9.900 Euro an die Berliner SPD, deren kommissarischer Vorsitzender er zu dem Zeitpunkt bereits war. Er habe die Spende Anfang Januar 2026 sofort zurücküberweisen lassen, betonte Krach.
Zur Spende aufgefordert?
Brisant an dem Vorgang ist, dass der Politiker im Vergabeverfahren dafür eintrat, dem fraglichen Bieter den Zuschlag zu erteilen. Aus seiner Sicht war dessen Angebot besser als das des anderen Unternehmens. Am 19. Februar 2026 habe der Aufsichtsrat aber anders entschieden und dem zweiten Bieter den Zuschlag erteilt. Er habe sich bei der Abstimmung enthalten, so Krach. Der Unternehmer selbst äußert sich auf dpa-Anfrage bisher nicht zu der Spende.
Im Raum steht nun der Verdacht, dass Krach beziehungsweise die Berliner SPD den beteiligten Unternehmer zweimal aufgefordert haben sollen, zu spenden. Die Partei wies das ebenso wie Krach selbst zurück. Nach eigenen Angaben wirbt die SPD nur bei Berliner Mitgliedern um Spenden, etwa mit Briefen, Mails oder via Social Media. Externe Unternehmen würden nicht derartig kontaktiert.
Ein Sprecher der Berliner SPD teilte am Freitagabend mit, von der Partei in Berlin sei im Dezember 2025 ein Spendenanschreiben an die SPD-Mitglieder in der Hauptstadt gegangen. Der betreffende Unternehmer in Niedersachsen sei aber kein Mitglied der SPD in Berlin. Ob dieser oder ähnliche Aufrufe an ihn weitergegeben worden seien, entziehe sich der Kenntnis von Krach und der Berliner SPD.
Krach selbst hatte am Donnerstag versichert, dass es während des Vergabeverfahrens keinen persönlichen Kontakt mit Bietern gegeben habe. Ebenfalls wies er Behauptungen zurück, er habe Informationen aus dem Bieterverfahren an Beteiligte weitergegeben.
Dass mitten im Wahlkampf gegen ihn ermittelt werden, bezeichnete der SPD-Politiker als Belastung. «Natürlich ist das eine Belastung, das will ich überhaupt nicht kleinreden», sagte er am Freitagabend am Rande eines Wahlkampfauftritts. Seine Termine mache er trotzdem weiter.
Ermittlungen gegen Unternehmen
Derweil bestätigte die Staatsanwaltschaft Hannover, dass gegen einen Unternehmer rund um die Kliniknachnutzung ermittelt werde und im Mai Räume durchsucht worden seien. Die Behörde stellte aber keinen Zusammenhang zu den Ermittlungen gegen Krach her. Sie äußerte sich auch nicht zur Gesamtzahl der Beschuldigten in dem Komplex.