Mit Hubschrauber, Drohnen und vielen Helfern suchte die Polizei nach einer vermissten Dreijährigen. Nun hat die Vermisstensuche offenbar ein tragisches Ende genommen.
Die Polizei hat am Vormittag in einem Garten in Preetz bei Kiel (Schleswig-Holstein) ein totes Kleinkind gefunden. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um das seit gestern Mittag vermisste dreijährige Mädchen. "Auffindesituation, der Auffindeort und die Gesamtumstände weisen mit einer großen Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass es sich um dieses Mädchen handelt", sagte Polizeisprecherin Stephanie Lage bei einer Pressekonferenz in Kiel. So sei der Fundort auf einem Grundstück in derselben Straße wie die Wohnanschrift gewesen.
Zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen wird ihren Angaben nach Fremdverschulden ausgeschlossen. Auch werde derzeit nicht von einer Straftat ausgegangen. Die Polizei leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. "Da werden die Gesamtumstände alle zusammengetragen", erklärte die Polizeisprecherin. Ebenso soll der gefundene Leichnam obduziert werden - auch um sicher zu klären, dass es sich dabei um das vermisste Mädchen handelt. Das Ergebnis der Obduktion solle spätestens am Freitag vorliegen.
Gegen 9.30 finden Einsatzkräfte das tote Kind
Bei dem vermissten Mädchen handelt es sich um ein dreijähriges autistisches Kind, führte die Sprecherin aus. Zudem sei es seh- und höreingeschränkt. Die Eltern hatten es gestern Mittag als verschwunden gemeldet. Zahlreiche Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner suchten bis zum frühen Donnerstagmorgen vergeblich nach dem Kind. Auch ein Hubschrauber und Drohnen unterstützten die Suche. Um 7 Uhr setzten Einsatzkräfte der Polizeidirektion Kiel und der Bereitschaftspolizei aus Eutin die Suche fort. Gegen 9.30 Uhr fanden sie das tote Kind.
Neben den verfügbaren Kräften der Polizeidirektion Kiel waren auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Preetz und Klausdorf sowie die Diensthundestaffel aus Eutin beteiligt. Die Suche weckte Erinnerungen an den Fall des sechsjährigen Arian aus Bremervörde (Niedersachsen), der im April 2024 aus seinem Zuhause verschwand. Zeitweise waren bis zu 1.200 Helfer beteiligt - sie durchkämmten Dörfer, Wiesen und Wälder, auch ein Fluss wurde abgesucht. Die Einsatzkräfte suchten auch mit Hunden nach dem Jungen, mit Pferden, Helikoptern, Drohnen, Wildtierkameras, einem Tornado-Flieger, Booten und Tauchausrüstung.
Auch Arians Fall ging tragisch aus. Zwei Monate später, im Juni, fand ein Landwirt beim Mähen einer Wiese in Estorf im Landkreis Stade die Leiche des Kindes. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht.