Die Bestürzung und Anteilnahme nach dem Anschlag in Berlin ist groß. Auch in der Metropolregion Nürnberg läuft aktuell ein CSD-Event - dessen Sicherheitskonzepte nun aber geprüft werden sollen.
Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin halten die Organisatoren in Nürnberg an ihrem diesjährigen CSD fest. Der CSD repräsentiert eine offene, demokratische Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Furcht leben kann. "An dieser Haltung halten wir fest", erklärte der Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg.
Die Sicherheit aller Teilnehmenden habe höchste Priorität. "Deshalb werden wir in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und der Polizei die aktuelle Situation erörtern und die bestehenden Sicherheitskonzepte überprüfen." Das diesjährige Motto des hiesigen CSD lautet "Nürnberg liebt".
Zahlreiche Veranstaltungen in Metropolregion Nürnberg geplant
Der CSD Nürnberg Pride findet dieses Jahr vom 22. Juli bis zum 9. August statt. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen in der Metropolregion zu queeren Themen wie Kunst und Kultur, Liebe und Gemeinschaft, Körper und Gesundheit. Am 8. August ist eine Demonstration in Nürnberg geplant. Am selben Tag und am Tag darauf ist das große Finale mit Bühnenprogramm und queeren Spätschoppen mit Weißwurst und Brezn angesagt.
In Bayern stehen in den kommenden Wochen zahlreiche CSDs an - ein erster fand bereits am Sonntag in Mühldorf am Inn statt. "Gerade nach so einem schrecklichen Ereignis ist es umso wichtiger, uns nicht einschüchtern oder verdrängen zu lassen", hatten die Verantwortlichen dort betont. Nach dem Anschlag in Berlin will der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Sicherheitskonzepte für die bevorstehenden Veranstaltungen im Freistaat überprüfen lassen.
Man werde die bereits hohen Sicherheitsvorkehrungen bei Bedarf weiter intensivieren, kündigte er an. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Bayern gebe es momentan nicht, die Sicherheitsbehörden seien jedoch "hellwach und stehen im engen Austausch mit Bund und Ländern". Der Anschlag auf den Berliner CSD am Samstag sei eine "abscheuliche Gewalttat" und ein "direkter Angriff auf Grundwerte unseres demokratischen und freiheitlichen Zusammenlebens", sagte Herrmann.
Innenminister Herrmann betont Bedeutung von Überwachungsmaßnahmen
"Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen." Die Großfahndung nach dem Attentäter verdeutliche, wie wichtig der Einsatz von Videoüberwachungsanlagen an öffentlichen Orten und Bahnhöfen mit KI-gestützter Gesichtserkennung sei, betonte der Minister.
"Wir benötigen so schnell wie möglich eine klare gesetzliche Grundlage für die Live-Gesichtserkennung bei der Videoüberwachung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Im aktuellen Fall wäre dies eine enorme Hilfe bei der Fahndung nach dem Täter."