Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist milliardenschwer. Nicht nur in der Erkältungszeit schwören viele Menschen auf Pillen und Pulver. Das treibt die Produktionszahlen nach oben.
Vitamin C oder D, Zink, Eiweißgetränke - die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland ist auf Rekordniveau gestiegen. 241.000 Tonnen waren es 2025 und damit 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Seit 2019, seit solche Produkte in der Statistik gesondert erfasst werden, hat sich demnach der Wert der in Deutschland hergestellten Nahrungsergänzungsmittel mehr als verdoppelt (plus 137,6 Prozent): auf gut 2,08 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.
Auch die Zahl der Unternehmen, die zum Beispiel Calcium- oder Magnesium-Brausetabletten, Johanniskrautdragees, eiweißhaltige Trinknahrung, Kieselerde oder Zink-Hefe-Kapseln produzieren, ist kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2025 waren es 72, ein Jahr zuvor 64, im Jahr 2019 waren es noch 52 Unternehmen. Berücksichtigt werden Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten.
Sinnvolle Ergänzung oder unnötig?
Gesunde Menschen, die sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, brauchen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Für bestimmte Risikogruppen oder bei nachgewiesenem Mangel können sie jedoch sinnvoll sein.
Teilweise sind solche Produkte nicht ohne Risiko: Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Ärzten und Verbraucherschützern warnte jüngst vor erheblichen Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei Nahrungsergänzungsmitteln mit sogenannten Botanicals. In einem Brief an die Bundesministerien für Landwirtschaft, Ernährung sowie Wirtschaft forderten die Experten, die ungeregelte Situation mit pflanzlichen, algen-, pilz- oder flechtenbasierten Inhaltsstoffen im Sinne des Verbraucherschutzes zu beenden.