Cyberangriff auch auf Edeka in Bayern? Kühltruhen auf 50 Grad erhitzt

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Supermarkt Reisbach
Nach dem mutmaßlichen Cyberangriff auf den Supermarkt im niederbayerischen Reisbach mussten Unmengen an Lebensmitteln in den Müll.
Supermarkt Reisbach
privat

Kommt es jetzt auch zu Cyberangriffen auf Supermärkte in Deutschland? Seit ein paar Wochen machen Fälle aus Frankreich, Schweden und Belgien Schlagzeilen. Hacker erhitzen Kühltruhen in Einkaufsmärkten auf 50 Grad. Jetzt meldet auch ein Edeka in Niederbayern einen solchen Vorfall.

"Das war ein Cyberangriff auf unser Kühlsystem", ist sich die Besitzerin des Edeka-Marktes im niederbayerischen Reisbach (Landkreis Dingolfing-Landau) im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern sicher. Auch ihre Mitarbeiter bestätigen den Fall. Die Polizei erklärt am Montagabend, dass die Anlage mit dem Internet verbunden sei - ein Cyberangriff also im Bereich des Möglichen liege. Bestätigen will man das aber zunächst nicht.

Ist der Fall in Niederbayern der erste solche Vorfall in Bayern?

Den Polizeipräsidien in München, Ingolstadt, Regensburg, Augsburg und Nürnberg sind ebenfalls keine vergleichbaren Fälle bekannt, wie eine Recherche unserer Mediengruppe ergab. Doch in Reisbach mussten nach dem Vorfall von der Nacht auf Montag "Unmengen an Lebensmitteln in die Tonne", sagt Christina Ernst im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Wurst, Fleisch, Tiefkühl-Kost und Milchprodukte - alles, was eigentlich gekühlt werden sollte, war erhitzt worden.

Lebensmittel mussten verdorben in den Müll

Was noch zu retten war, wurde Helfern einer Lebensmittel-Verteilbörse zum "Foodsharing" übergeben. Der Großteil der Lebensmittel aber musste entsorgt werden, bestätigt Christina Ernst. „Und das macht uns einfach nur wütend!“

Attacken in Frankreich, Belgien und Schweden

In Frankreich waren die Attacken vor einigen Wochen publik geworden. Dort hatten Hacker Millionenschaden in hunderten Supermärkten verursacht, weil sie die Kühlsysteme mit Hilfe einer Online-Fernsteuerung erhitzt hatten. Im Zentrum der Untersuchungen stand dort veraltete Firmware, auf die Entwickler eigentlich zu Hilfszwecken Zugriff über das Internet erlangen konnten. Kurz nach den Meldungen aus Frankreich wurden auch Fälle aus Belgien und Schweden bekannt. Der Vorfall im niederbayerischen Reisbach scheint einer der ersten in Deutschland zu sein, die nun publik werden. Christina Ernst ist sich aber sicher: "Dass das uns getroffen hat, war nur Zufall. Die haben sich uns ja nicht bewusst ausgesucht."