Viele drücken den Teebeutel aus: Das kann allerdings den Geschmack verändern. Wir erklären, warum man bei manchen Teesorten besonders vorsichtig sein sollte.
Viele Teetrinker drücken den Beutel nach der Ziehzeit am Löffel aus, damit auch der letzte Tropfen in der Tasse landet. Allerdings kann der Tee dadurch bitterer schmecken. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Teezubereitung achten sollten.
Warum sollte man den Teebeutel nach dem Ziehen nicht ausdrücken?
Wer den Teebeutel nach der Ziehzeit gegen den Löffel presst, möchte möglichst viel aus den Teeblättern herausholen. Dabei gelangen allerdings auch zusätzliche Gerbstoffe in den Tee, die den Geschmack herber und bitterer machen können. Gerade bei schwarzem Tee kann der Aufguss dadurch schnell unangenehm herb werden.
Gerbstoffe, häufig auch als Tannine bezeichnet, gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Laut Bundeszentrum für Ernährung sind sie natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die sich während des Ziehens im Wasser lösen und nicht nur den Geschmack, sondern auch das Mundgefühl des Tees beeinflussen. Wie viele Gerbstoffe in den Aufguss gelangen, hängt unter anderem von der Teesorte, der Wassertemperatur und der Ziehdauer ab.
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Gesundheitlich ist das Ausdrücken von Schwarz- oder Grünteebeutel in der Regel unbedenklich. Wer aber einen empfindlichen Magen hat, verträgt sehr herben Tee möglicherweise schlechter. Statt den Beutel auszudrücken, nimmt man ihn daher nach Ablauf der empfohlenen Ziehzeit heraus und lässt ihn kurz über der Tasse abtropfen. So geht möglichst wenig Tee verloren, ohne dass der Beutel kräftig ausgepresst werden muss.
Bei welchen Teesorten ist Vorsicht geboten?
Besonders vorsichtig sollte man bei Fencheltee sein: Fenchelsamen enthalten von Natur aus Estragol, einen Pflanzenstoff, der wegen möglicher erbgutschädigender und krebserregender Eigenschaften wissenschaftlich kritisch bewertet wird. Laut Dr. Lisa Hitschler, Projektleiterin bei ÖKO-TEST und Molekularbiologin, kann beim Ausdrücken eines Fenchelteebeutels mehr Estragol in den Tee gelangen. Deshalb empfiehlt es sich, Fenchelteebeutel nach dem Ziehen nicht auszupressen.
Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich mit möglichen Gesundheitsrisiken durch Estragol beschäftigt. In ihrer 2025 veröffentlichten vorläufigen Bewertung konnte sie anhand der verfügbaren Daten keine Estragolmenge festlegen, die als gesundheitlich unbedenklich gilt. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit ist deshalb Vorsicht geboten.