Hacker heizen Supermarkt-Kühltruhen auf 50 Grad auf

1 Min
Ein Cyberangriff gegen Supermärkte erschüttert Frankreich.
Supermarkt, Kühlregale, Einkaufswagen
monticellllo / Adobe Stock (Symbolbild)

Ein Cyberangriff auf hunderte Supermärkte in Frankreich hat Millionenschaden verursacht. Hacker tauten in der Nacht auf Montag Tiefkühltruhen auf und erhitzten sie auf 50 Grad. Die Ware ist verdorben. In einigen Supermärkten brach Feuer aus.

Hunderte Supermärkte in Frankreich sind laut Medienberichten betroffen: bis zu 200 Filialen der Supermarktkette Intermarché und knapp 100 Geschäfte der Coopérative U sowie Supermärkte der Unternehmen E.Leclerc, Monoprix und Carrefour. Aufgetaut und erhitzt wurde alles, was in den Tiefkühltruhen war: Pizza, Fleisch oder Fisch, Gemüse oder Eis. Eine Spezialeinheit hat die Ermittlungen übernommen. 

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht laut Berliner Zeitung eine Software des dänischen Unternehmens Danfoss, dessen Steuerungssysteme in zahlreichen Supermärkten eingesetzt werden. Darüber können Techniker die Steuerung aus der Ferne übernehmen. Das Unternehmen erklärt demnach, dass die betroffenen Anlagen mit veralteter Firmware betrieben worden seien. Man habe die Kunden schon seit längerer Zeit zu Sicherheitsupdates und zum Austausch nicht mehr unterstützter Systeme aufgefordert. 

Hackerangriff auf Supermärkte: Tiefkühlprodukte landen auf dem Müll

Nachdem sie aufgetaut und erhitzt wurden, sind viele der Produkte jetzt nur noch reif für den Müll. Die Höhe des Schadens sei noch nicht absehbar, berichtet die Wirtschaftswoche. Der Leiter der Gruppe Coopérative U, Dominique Schelcher, bestätigte auf X eine Attacke, die Kühlanlagen in mehreren Geschäften betreffe. Er nannte sie „beispiellos“ und „inakzeptabel“. 

Die Cyberkriminalitäts-Abteilung der Staatsanwaltschaft von Paris übernahm Ermittlungen zu der Attacke. Nach ihren Angaben sollen auch Brandausbrüche gemeldet worden sein. Die Untersuchung soll es ermöglichen, "die Opfer zu erfassen und einen Zusammenhang mit den von ihnen gemeldeten Schäden" herzustellen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. kse/mit dpa