Am heutigen Sonntag ist Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: ein Duell zwischen SPD und AfD. Nun liegt die erste Prognose vor.
Noch nie ist eine Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auf ein so großes Interesse gestoßen. Hier stand der Wahlkampf im Zeichen des Duells zwischen AfD und SPD.
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen trat Schwesig als "Die Frau gegen Blau" noch einmal verstärkt dem AfD-Kandidaten Leif-Erik Holm entgegen. Dessen Partei wirbt selbstbewusst für ihn als nächsten Ministerpräsidenten. Sollte die AfD stärkste Kraft werden, hätte sie jedoch keine realistische Machtoption. Die bisher im Landtag vertretenen Parteien hatten eine Koalition mit der AfD vor der Wahl ausgeschlossen. Ob Ministerpräsidentin Schwesig weiter mit ihrer rot-roten Koalition regieren kann, hängt auch davon ab, welche Parteien im neuen Landtag vertreten sind.
MV-Wahl: Die erste Prognose um 18 Uhr
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD knapp vor der SPD. Nach den Prognosen von ARD und ZDF muss die CDU um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.
Die AfD mit Ministerpräsidenten-Kandidat Leif-Erik Holm und dem Spitzenkandidaten Enrico Schult kommt laut Prognose auf 37,0 bis 38,0 Prozent. Sie kann ihr Ergebnis mehr als verdoppeln (2021: 16,7 Prozent). Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt nach einer Aufholjagd in den vergangenen Wochen bei 35,5 bis 36,5 Prozent (2021: 39,6 Prozent). Die 18.00-Uhr-Prognosen basieren auf Nachwahlbefragungen der Meinungsforscher.
Demnach stürzt die CDU auf ihr bundesweit schwächstes Landtagswahlergebnis seit Gründung der Bundesrepublik. Mit 5,0 bis 5,5 Prozent könnte sie erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in den Landtag verpassen (2021: 13,3 Prozent). Die Linke steht bei 6,0 bis 7,5 Prozent (2021: 9,9 Prozent). Unsicher ist, ob die Grünen mit 5,5 Prozent (2021: 6,3 Prozent) den Einzug in den Landtag schaffen. Auch das BSW zittert mit 4,8 bis 5,0 Prozent. Die FDP fliegt mit 1,0 bis 1,2 Prozent (5,8 Prozent) aus dem Landtag.
Merz will sich um kurz nach 18 Uhr zum Wahlausgang äußern
CDU-Chef Friedrich Merz will sich direkt nach den Prognosen für den Ausgang der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin öffentlich äußern. Der Kanzler werde in der CDU-Zentrale in Berlin Stellung nehmen, hieß es im Konrad-Adenauer-Haus.
Merz hatte für den Wahlabend das CDU-Präsidium in die Parteizentrale bestellt. Nach dem Absturz der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen war die Kritik an Merz auch in der CDU immer lauter geworden.