Für nur neun Euro mit dem Zug durch ganz Deutschland reisen: Am Montag (23. Mai 2022) hat der Ansturm auf das 9-Euro-Ticket der Deutschen Bahn begonnen. Doch einige Zugreisende könnten am Automaten eine böse Überraschung erleben: Denn das Ticket gilt gar nicht für alle Verbindungen.

Das Angebot erscheint auf den ersten Blick unkompliziert und günstig: Das 9-Euro-Ticket verspricht, im Juni, Juli und August mit dem Zug jeweils einen Monat lang deutschlandweit jedes Ziel ansteuern zu können – solange sich dieses mit dem Regionalverkehr erreichen lässt. Diese Einschränkung hatte die DB bereist vorab bekannt gegeben.

Twitter-Nutzer verblüfft: 9-Euro-Ticket gilt nicht für alle Regionalzüge

Nun haben einige Kunden jedoch festgestellt, dass sich das Ticket nicht für alle Regionalzüge der Deutschen Bahn nutzen lässt. Ein Twitter-User hatte einen entsprechenden Screenshot der Fahrplanauskunft geteilt: Bei der ausgewählten Verbindung wird angezeigt, dass das 9-Euro-Ticket für diesen Regionalzug nicht gültig sei. Der Nutzer wandte sich daraufhin verwundert an die Deutsche Bahn.

Deren Antwort lautet: "Das 9-Euro-Ticket ist nicht in Zügen, die durch die DB Fernverkehr AG betrieben werden (z.B. IC, EC, ICE) gültig, auch dann nicht, wenn andere Nahverkehrsfahrkarten in Fernverkehrszügen gelten.“ Konkret bedeutet das: Unterschieden wird zwischen Zügen, die von DB Regio und von DB Fernverkehr betrieben werden. Doch nur für die Regionalzüge der DB Regio gilt das 9-Euro-Ticket.

Auf die Frage, wie sich ungültige Verbindungen bei der Planung über die DB-App oder über andere Suchoptionen bereits vorab ausschließen lassen, heißt es vonseiten der Bahn allerdings: "Dass die Verbindungen in der Reiseauskunft nicht angezeigt werden, lässt sich nicht einstellen. Bei den betroffenen Verbindungen steht dann ein Hinweis, dass das 9-Euro-Ticket nicht gilt."

Auch der Fahrgastverband "Pro Bahn" hat bereits kritisiert, dass der Geltungsbereich des Tickets zu unübersichtlich sei. "Neben Fernzügen mit Nahverkehrstarif, Gültigkeit bis oder über Landesgrenzen, oder bei Verkehrsformen wie Anruf-Taxis und Bürgerbussen, gibt es auch im Freizeitverkehr wenig übersichtliche Regelungen zum 9-Euro-Ticket", schreibt der Verband beispielsweise auf Twitter und fordert Nachbesserungen von der DB.

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