Dänische Behörde: Tödlicher Sturz von Kind (7) und Mutter von Ostseefähre war kein Unfall

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Stockholm: Junge (7) und Mutter von Fähre in Ostsee gefallen - war es Mord?
Ermittlungen wegen Mordes: Ein siebenjähriger Junge und seine Mutter starben, nachdem sie von einer Ostseefähre ins Meer gestürzt waren.
Stockholm: Junge (7) und Mutter von Fähre in Ostsee gefallen - war es Mord?
Adam Warzawa/PAP via epa/dpa

Ein siebenjähriger Junge und seine Mutter stürzen von einer Ostsee-Fähre ins Wasser. Während die dänische maritime Havariekommission Überwachungsaufnahmen gesichtet hat, ermittelt auch die polnische Staatsanwaltschaft. Sie geht von einem Mord aus.

Update vom 04.07.2023, 8.14 Uhr: Dänische Behörde sichtet Überwachungsaufnahmen

Bei dem Sturz eines Siebenjährigen und seiner Mutter von einer Ostsee-Fähre zwischen Schweden und Polen handelt es sich nicht um ein Unglück. Zu diesem Schluss ist die dänische maritime Havariekommission nach der Durchsicht von Überwachungsaufnahmen gekommen, wie ein Ermittler der Behörde am Montag (03. Juli 2023) der Deutschen Presse-Agentur in Skandinavien sagte.

Damit bestätigte er einen Bericht des schwedischen Radiosenders P4 Blekinge, wonach es sich bei dem dramatischen Vorfall um kein Unglück, sondern um eine vorsätzliche Handlung handelte. Da die Fähre unter dänischer Flagge fährt, hatte die dänische Behörde eine Untersuchung angestellt. Diese Untersuchung wird nach Senderangaben nun eingestellt.

Der Junge und seine Mutter waren beide polnische Staatsbürger. Sie waren am Donnerstag (29. Juni 2023) etwa auf halbem Weg zwischen dem polnischen Danzig und dem südschwedischen Karlskrona in der Ostsee über Bord gegangen. In einer großangelegten Rettungsaktion wurden beide nach etwa einer Stunde im Wasser gefunden und per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, später aber für tot erklärt.

Über den Hergang des Vorfalls auf der Fähre "Stena Spirit" hatte es unterschiedliche Angaben gegeben. Zunächst hatte es geheißen, das Kind sei ins Wasser gefallen und die Mutter hinterhergesprungen. Später war in polnischen Medien auch davon die Rede, dass beide zeitgleich über Bord gegangen seien. Eine Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft Danzig hatte der dpa am Samstag (01. Juli 2023) gesagt, dass wegen des "Mordes an einem Kind und des Selbstmordes der Mutter" ermittelt werde. Weitere Details nannte sie nicht.

Update vom 01. Juli 2023, 12.25 Uhr: Mutter und Junge tot - Polen ermittelt wegen Mordes

Nach dem Tod eines Kindes und seiner Mutter, die auf einer Ostseefähre über Bord gegangen waren, geht die polnische Staatsanwaltschaft von einem Mordfall aus. Ermittelt werde nun wegen des "Mordes an einem Kind und des Selbstmordes der Mutter", sagte eine Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft Danzig der Deutschen Presse-Agentur am Samstag (1. Juli 2023). Weitere Details nannte sie nicht.

Am Freitag (30. Juni 2023) hatte bereits die schwedische Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass sie Vorermittlungen zum Tatbestand Mord eingeleitet habe, aber nicht nach einem Verdächtigen suche.

Der siebenjährige Junge und seine 1985 geborene Mutter waren beide polnische Staatsbürger. Sie waren am Donnerstag etwa auf halbem Weg zwischen dem polnischen Danzig und dem südschwedischen Karlskrona in der Ostsee über Bord gegangen. In einer großangelegten Rettungsaktion wurden beide nach etwa einer Stunde im Wasser gefunden und per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, wo sie später starben.

Wie es genau zu dem Vorfall auf der Fähre "Stena Spirit" kam, darüber gab es unterschiedliche Angaben. Zunächst hatte es geheißen, das Kind sei ins Wasser gefallen und die Mutter hinterhergesprungen. Später sagte allerdings eine Sprecherin der Reederei Stena Line dem Webportal der polnischen Boulevardzeitung "Fakt", man habe Videoüberwachungsmaterial gesichert, das diese Version nicht bestätige.

Erstmeldung vom 30.06.2023, 9.51 Uhr: Kind (7) und Mutter stürzen von Fähre in Ostsee - beide gestorben

Nach einem dramatischen Vorfall auf einer Ostsee-Fähre zwischen Polen und Schweden sind ein über Bord gegangenes Kind und seine Mutter gestorben.

"Sowohl der Junge als auch die Frau leben nicht mehr", sagte der Sprecher der Polizeidirektion, Inspektor Mariusz Ciarka, am Freitag dem Sender TVN24. In den frühen Morgenstunden habe man von schwedischer Seite die Information erhalten, dass man der Familie diese schreckliche Nachricht überbringen müsse. Als man die beiden aus dem Wasser gezogen habe, hätten sie noch Lebenszeichen gezeigt.

Mutter und Kind von Ostsee-Fähre ins Wasser gestürzt

Das siebenjährige Kind und die Mutter - zwei polnische Staatsbürger - waren am Donnerstagnachmittag etwa auf halbem Weg zwischen dem polnischen Danzig und Karlskrona in Südschweden mitten in der Ostsee über Bord gegangen. Wie genau es dazu auf der Fähre "Stena Spirit" kam, darüber gab es unterschiedliche Angaben: Nach schwedischen Angaben war das Kind ins Wasser gefallen und seine Mutter im Anschluss hinterhergesprungen. Später war in polnischen Medien auch davon die Rede, dass beide zeitgleich über Bord gegangen seien.

Man habe Videoüberwachungsmaterial gesichert, das die Version, ein Kind sei über Bord gefallen und eine Erwachsene hinterhergesprungen, nicht bestätige, sagte eine Sprecherin der Reederei Stena Line dem Webportal der polnischen Boulevardzeitung "Fakt". Die schwedische Polizei suchte nach Passagieren der Fähre, die Näheres zu dem Hergang des Unglücks berichten konnten. Die Staatsanwaltschaft in Danzig nahm Ermittlungen auf.

"Wir waren oben auf dem Sonnendeck und sahen dann eine Menge Leute, die zur Reling rannten und hinunter Richtung Wasser zeigten", sagte ein Passagier dem schwedischen Rundfunksender SVT. Als ein Rettungsring ins Wasser geworfen worden sei, habe er verstanden, was passiert sei - nicht aber, dass es sich um ein Kind und dessen Mutter handelte. Als sie gefunden worden seien, sei spontaner Applaus an Bord ausgebrochen, berichtete eine weitere Passagierin.

Unglückshergang unklar: Sprang die Mutter ihrem Kind hinterher? 

Direkt nach dem Vorfall war ein großer Rettungseinsatz eingeleitet worden, bei dem die beiden letztlich am frühen Abend gefunden wurden. Sie sollen bis dahin etwa eine Stunde im Wasser getrieben sein. Nach Angaben der schwedischen Seenotrettung wurden sie von Hubschraubern aus dem Wasser gezogen und ins Krankenhaus gebracht. Ein beteiligter Rettungspilot sagte dem Radiosender P4 Blekinge, die Mutter sei nicht ansprechbar gewesen und auf dem gesamten Weg zum Krankenhaus behandelt worden.

An dem Rettungseinsatz war auch die deutsche Marine beteiligt, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin sagte. Die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" mit zwei Bordhubschraubern sei an den Unglücksort gefahren, einer der Hubschrauber habe eine Person in ein Krankenhaus gebracht. Nach der Nachricht vom Tod der beiden sprach die Sprecherin den Angehörigen tief empfundenes Beileid aus.