Die 1980er können mit vielen großen Filmklassikern aufwarten. Einer der besten dieser Ära ist aber ohne Frage die ikonische Verfilmung einer Geschichte von Stephen King.
In einer kleinen Stadt im US-Bundesstaat Oregon wird im Jahr 1959 ein Junge vermisst. Seine Leiche soll irgendwo im Wald liegen – ein unheimlicher Gedanke. Vier zwölfjährige Jungen beschließen während der heißen Sommerferien, sich auf eine mehrtägige Suche zu begeben. Dies ist die Handlung des Films "Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers". Die Verfilmung der literarischen Vorlage feiert nun ihr 40-jähriges Jubiläum.
Im Sommer 1986 wurde sie in den USA veröffentlicht, während sie in den westdeutschen Kinos erst im Februar 1987 anlief. Gedreht wurde der Film im Sommer 1985. Der Sender ZDF zeigt diesen Jugendfilmklassiker auf seinem Kanal ZDFneo (in der Nacht vom 9. auf den 10. August) und bietet ihn anschließend bis zum 17. August im Streaming-Portal an. Die Streamingdienste Netflix und Sky/Wow haben ihn ebenfalls dauerhaft im Programm. Der Film basiert auf einer Novelle von Stephen King.
Klassiker aus den Achtzigern beruht auf Stephen-King-Novelle
Das Jugenddrama mit Thriller-Elementen beruht auf Stephen Kings Kurzgeschichte "Die Leiche" (Originaltitel: "Fall From Innocence: The Body") und ist Teil der Kurzromansammlung "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" (Original: "Different Seasons", erschienen 1982; auf Deutsch 1984). Was den Film besonders macht, ist seine Fähigkeit, das universelle Gefühl von Sommerferien, Pubertät, jugendlichen Freundschaften, familiären Spannungen, Abenteuerlust und dem Erwachsenwerden einzufangen. Die vier Jungen, die alle mit den Beziehungen zu ihren Vätern und männlichen Vorbildern kämpfen, hoffen, durch das Auffinden der Leiche ein wenig Ruhm zu erlangen.
Sie geraten in Lebensgefahr, als sie eine lange Eisenbahnbrücke überqueren und ein Zug naht. Zudem müssen sie ihre Angst vor dem Übernachten im dunklen Wald und ihren Ekel vor Blutegeln überwinden. Vern (Jerry O'Connell) ist eher ängstlich und wird wegen seines Gewichts oft gehänselt, während Teddy (Corey Feldman) aufbrausend ist und schnell zuschlägt, so wie er es bei seinem Vater, einem Veteranen des Weltkriegs, gesehen hat. Chris (River Phoenix) hat Angst, auf die schiefe Bahn zu geraten, da dies in seiner Familie Tradition hat. Der intelligente Gordie (Wil Wheaton) fühlt sich von seinen Eltern vernachlässigt, seit sein älterer Bruder bei einem tödlichen Autounfall ums Leben kam. Er ist auch der Junge, der später Schriftsteller wird und als Erwachsener der Erzähler des Films ist.
Der älteste der vier jungen Darsteller war River Phoenix, der ältere Bruder des Oscar-Preisträgers Joaquin Phoenix ("Joker"). River wurde am letzten Drehtag (23. August 1985) 15 Jahre alt. Nach dem Film galt er als einer der vielversprechendsten Jungschauspieler Hollywoods ("Die Flucht ins Ungewisse", "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", "My Private Idaho"). Am 31. Oktober 1993, in der Nacht zu Halloween, verstarb Phoenix im Alter von 23 Jahren an einer Überdosis Drogen vor einem Club in West Hollywood. Wie Regisseur Rob Reiner mit den jungen Schauspielern arbeitete: "Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers" gilt als eine der gelungensten Verfilmungen von Stephen King.
"Stand by Me" verknüpft zwei traurige Schicksale
Regisseur Rob Reiner, der selbst als Schauspieler begann, zeigte ein außergewöhnliches Talent darin, junge Darsteller zu führen. "Rob sprach mit uns, als wären wir Profis, und entlockte uns unglaubliche schauspielerische Leistungen", zitierte die Nachrichtenagentur AP Anfang 2026 den inzwischen 54 Jahre alten Wil Wheaton. "Rob nahm sich die Zeit, wirklich einen Draht zu uns zu finden und uns dabei zu helfen, eine echte emotionale Verbindung zu den Erlebnissen unserer Figuren herzustellen." Die "New York Times" zitierte Reiner im September 1986: "Ich stellte mich hinter die Kamera und spielte ihnen fast jede Szene vor, damit sie hören konnten, wie die Rolle klingen sollte. Das ist einer der Vorteile daran, selbst Schauspieler zu sein. Ich wollte nicht, dass die Kinder 'schauspielern'." Die Jungen sollten einfach sehr authentisch und zugänglich wirken.
Eine Woche lang spielte Reiner Spiele mit den Jungen. Sie mussten so tun, als wäre ein anderer Junge ein Spiegel, und dessen Gesten nachahmen. Sie sollten eine von einer anderen Person begonnene Geschichte fortsetzen oder sich mit verbundenen Augen durch eine Hotellobby führen lassen. Besonders traurig: Ebenso wie seinen Star River Phoenix ereilte Rob Reiner ein trauriges Schicksal - denn er wurde vor rund einem halben Jahr getötet.