Über einem großen deutschen Non-Food-Discounter ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind auch mehrere Filialen in Franken.
Der Haushaltsdiscounter Mäc Geiz ist insolvent. Am 1. August hat das zuständige Amtsgericht in Halle an der Saale das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Einzelhändler betreibt deutschlandweit rund 200 Filialen - mehrere davon in Franken. Von etwa einem Viertel der Filialen will sich Mäc Geiz trennen. Den Schwerpunkt seiner Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Thüringen. Einige Filialen gibt es auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die vier bayerischen Mäc-Geiz-Filialen liegen alle in Franken. Diese sind:
Bad Kissingen (Riedgraben 7)
Bad Neustadt (Spörleinstraße 15)
Nürnberg (Zerzabelshoferstraße 31)
Röthenbach an der Pegnitz (Am Gewerbepark 2)
Rund 200 Filialen: Verhandlungen über Mäc-Geiz-Standorte laufen
Von 66 Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Dienstleistungszentrum und Logistik habe man sich bereits "schweren Herzens" getrennt, wie Mäc Geiz in einer Pressemitteilung schreibt. Derzeit liefen Verhandlungen mit Vermietern an allen Filialstandorten, teilt das Unternehmen außerdem mit. Man gehe davon aus, "dass rund 50 Filialen geschlossen werden müssen". Den Insolvenzantrag zu dem nun eröffneten Insolvenzverfahren hatte Mäc Geiz bereits im Frühjahr gestellt.
Ob einer oder mehrere der fränkischen Standorte auf der Streichliste stehen? Diese Frage von inFranken.de kann das Unternehmen derzeit nicht beantworten und verweist auf die Pressemitteilung. "Welche Standorte (...) konkret betroffen sein werden, steht aufgrund der noch laufenden Gespräche derzeit noch nicht final fest." Schon 2024 wurden die Filialen in Bamberg und in Hof geschlossen, seitdem gibt es keinen Standort mehr in Oberfranken.
Sobald die Verhandlungen über die einzelnen Standorte abgeschlossen seien, werde Mäc Geiz über die Entscheidungen informieren. Spätestens im Herbst dieses Jahres solle "Klarheit über die künftige Standortstruktur" bestehen.
Mäc-Geiz blickt zuversichtlich auf die laufende Sanierung
Nach aktuellen Angaben in der Pressemitteilung beschäftigt Mäc Geiz aktuell 1175 Mitarbeiter. Zu besten Zeiten waren es wohl ungefähr 1800. Das ist die Zahl, die derzeit noch auf der Website des Unternehmens (abgerufen am 5. August 2026) angegeben wird. Dort schreibt das Unternehmen auch noch von 211 Filialen. Nach aktuellen Angaben sind es aber nur noch 183.
Als Grund für die finanzielle Schieflage nennt Mäc Geiz lediglich ein anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld. Ob damit beispielsweise Konkurrenz aus dem Internet, Wettbewerber im stationären Handel oder andere Gründe gemeint sind, lässt das Unternehmen offen. Mäc-Geiz-Geschäftsführer Rüdiger Grommes zeigt sich jedoch optimistisch, dass das Unternehmen erfolgreich saniert werden kann. "Die planmäßige Verfahrenseröffnung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt er mit Blick auf die Insolvenz in Eigenverwaltung seit dem 1. August. Wie schwierig die Lage im stationären Einzelhandel derzeit ist, zeigt sich auch an der Einrichtungskette "Depot", die dutzende Filialen schließt.
Die kommenden Monate seien "entscheidend für den weiteren Verlauf der Sanierung", so Grommes in dem Pressestatement weiter. "Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen weiteren Beteiligten arbeiten wir weiterhin konsequent daran, unser Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig aufzustellen."
Höhepunkt der Expansion schon lange überschritten
Die erste Mäc-Geiz-Filiale öffnete laut Unternehmenswebsite 1994 in Halle an der Saale. In den ersten zehn Jahren legte Mäc Geiz ein rasantes Wachstum hin. Zehn Jahre später war das Filialnetz bereits auf 100 angewachsen, und das Unternehmen bezog seinen heutigen Stammsitz in Landsberg (Sachsen-Anhalt) nebst neuem Lager- und Logistikzentrum.
Das Einzelhandelsunternehmen mit einem Sortiment aus Haushalt, Reinigung, Drogeriebedarf, Tiernahrung, Kosmetik, Hygiene, Schreibwaren, Kleintextilien, Food, Getränken und Bedarf für Kleingärtner und Hobbyheimwerker erreichte im Jahr 2014 mit der Eröffnung der 250. Filiale den Höhepunkt seiner Expansion. Seither ist das Filialnetz wieder auf 183 geschrumpft.
Bald soll es also weiter verkleinert werden auf rund 130. Ob es dann auch noch die Standorte in Bad Kissingen, Bad Neustadt, Nürnberg und Röthenbach geben wird, bleibt für Beschäftigte und Kundschaft abzuwarten.