In Franken wurden in jüngerer Vergangenheit mehrere Motorraddiebstähle mittels einer ebenso dreisten wie simplen Methode begangen. Nun empfiehlt die Polizei Maßnahmen.
Die Kriminalpolizei Bamberg sucht aktuell nach einem Betrüger, der in Franken mit einer einfachen Masche mehrere Motorräder gestohlen hat. Die Ermittler warnen ausdrücklich vor dem Serientäter und empfehlen gleich mehrere Schutzmaßnahmen.
Wie die Polizei in einer offiziellen Mitteilung schildert, vereinbart der vermeintliche Kaufinteressent über Kleinanzeigen Besichtigungen von Motorrädern, um diese angeblich Probe zu fahren. Kommt es zum Treffen, verschwindet der Täter dann mit dem Motorrad über alle Berge - zurück bleibt der geprellte Verkäufer.
Motorraddiebstähle in Franken: Betrüger trickst Verkäufer aus
Mit genau dieser Vorgehensweise wurden in den letzten Wochen nicht weniger als sechs Anbieter betrogen. Vier in Stadt und Landkreis Bamberg, zwei weitere Fälle in Nürnberg und Fürth. Getäuscht wurden die nichts ahnenden Opfer durch einen einfachen Trick. Der Täter ließ ihnen ein vermeintlich wertvolles Pfand zurück, etwa einen Fahrzeugschlüssel eines Motorrads. Tatsächlich hatte er diesen Schlüssel aber bei einer vorherigen Tat ergaunert, zudem war das Motorrad selbst gar nicht vor Ort.
Da er durch scheinbar gute Motorradkenntnisse und das angebotene Pfand vertrauenswürdig genug erschien, verzichteten die Verkäufer auf das Vorzeigen eines Führerscheins bzw. Personalausweises, oder prüften diesen nicht ausreichend. Hieraus resultierte laut der Polizei gleich doppelte Gefahr: Zum einen blieb der Täter anonym. Zum anderen fehlte der Nachweis, ob der Probefahrer überhaupt eine passende Fahrerlaubnis besitzt. Grundsätzlich hat ein Fahrzeughalter hierfür Sorge zu tragen, weshalb es auch zu Verkehrsdelikten des Motorradverkäufers kommen kann.
In allen sechs Fällen ermittelt die Kriminalpolizei Bamberg wegen betrügerischen Erlangens von Kraftfahrzeugen und verfolgt die Spur des Täters. Erstaunlicherweise konnten die Beamten fünf der sechs Motorräder bereits wieder in den Besitz der Eigentümer bringen.
Polizei empfiehlt Schutzmaßnahmen
Tatsächlich konnte der Täter in einem gleich gelagerten Fall in Hof vom April bereits ermittelt werden. Der gesamte Beuteschaden in der aktuellen Motorradsaison in dieser Region summierte sich auf circa 41.000 Euro. Um diese Zahl nicht noch weiter in die Höhe zu treiben, empfiehlt die Polizei Menschen, die aktuell ein Motorrad verkaufen wollen, folgende Maßnahmen:
- Lassen Sie sich immer einen gültigen Führerschein oder zumindest ein Ausweisdokument vor Fahrtantritt vorzeigen. Machen Sie unter Umständen ein Foto.
- Seien Sie sich sicher, dass der vermeintliche Kaufinteressent auch die auf dem Ausweis abgebildete Person ist.
- Fahrzeugschlüssel oder Kennzeichen eignen sich nicht als Pfand. Sie könnten gestohlen oder gefälscht sein. Denken Sie auch an die Möglichkeit, dass es einen Zweitschlüssel geben kann.
- Merken Sie sich die Kleidung und sonstige Auffälligkeiten des Kaufinteressenten.
- Sollten Sie ein Motorrad kaufen wollen, achten Sie bei der Besichtigung auf umlackierte Fahrzeugteile oder veränderte Fahrgestellnummern.
- Verständigen Sie bei Verdachtsmomenten sofort die Polizei. Der Notruf unter 110 ist immer für Sie erreichbar.