Nach dem Fall der getöteten Luise wird in Deutschland über eine Herabsetzung der Strafmündigkeit diskutiert. Australien setzt seit Jahren dieses andere Extrem um.
Es ist ein Fall, der auch Wochen nach der Tat noch schockiert. Erst Mitte März haben zwei Mädchen gestanden, Luise (12) erstochen zu haben, wie inFranken.de berichtet hat. Das tote Mädchen galt zunächst als vermisst und wurde von der Polizei gesucht. Am Sonntag (12. März 2023) machten die Beamten dann die erschütternde Entdeckung: Eine Kinderleiche wurde in einem Waldstück nahe Freudenberg gefunden.
Das unfassbare, da die mutmaßlichen Täterinnen noch Kinder sind, bedeutet dies laut Leiter der Staatsanwaltschaft Koblenz, Mario Mannweiler, "dass keine strafrechtlichen Sanktionen erfolgen können, weil das Gesetz das verbietet". In Deutschland stellt sich wieder die Frage, ab wann Kinder strafmündig sind. Dazu passt dann auch der Fall Ansbach, bei dem ein Mädchen (15) mit der Mutter eine 16-Jährige attackiert haben. In Australien geht man in jedem Fall mit straffälligen Kindern härter um - hier droht sogar Grundschülern der Knast.
Australien zeigt sich gnadenlos - Kind im Knast für zwei Monate nach Ohrfeige
Wie aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervorgeht, hatte der 13-jährige Jack aus Townsville einem Gleichaltrigen bei einem Streit einen Schlag versetzt. Als dieser drohte, die Polizei zu rufen, riss er ihm das Smartphone aus der Hand.
Jack wurde daraufhin im australischen Bundesstaat Queensland wegen Körperverletzung und Diebstahls festgenommen und kam ohne Prozess oder Verurteilung insgesamt zwei Monate in ein Jugendgefängnis - davon lange Strecken in Einzelhaft. Aus deutscher Sicht ein extremes Vorgehen. Doch in Australien liegt die Strafmündigkeit bei zehn Jahren. Das Handeln der Behörden steht dort allerdings nicht zum ersten Mal in der Kritik.
Wie es im dpa-Artikel heißt, berichtete der australische Sender ABC, dass Jack wischen dem 1. und dem 23. Februar seine Zelle im Cleveland Youth Detention Centre (CYDC) in Townsville kein einziges Mal verlassen dürfte. 22 Tage Einzelhaft wegen einer Ohrfeige.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren Altersgrenze und Maßnahmen
Der Fall von Jack in Australien zeigt wiederum das andere Extrem im Umgang mit Kindern, die straffällig werden. Dazu erklärte der Menschenrechtskommissar des Bundesstaates, Scott McDougall, dass die Maßnahmen eben nicht nur gegen die Menschenrechtsgesetze von Queensland verstoßen habe, wonach Inhaftierte mit Menschlichkeit und Respekt behandelt werden müssen, sondern auch gegen internationale Vorgaben.
Dem Jungen sei in der Zeit im Gefängnis nämlich auch über längere Zeit Trinkwasser verweigert worden, so heißt es im Bericht. Der Anwalt von Jack betont in seiner Aussage zum Vorfall, dass es sich doch lediglich um eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei 13-Jährigen gehandelt habe, die laut Video-Aufnahmen gerade einmal 30 Sekunden gedauert habe. Er wolle das Ganze aber nicht herunterspielen, Jack habe dem anderen einen Schlag versetzt und hätte das nicht tun wollen. Und weiter sagt er: "Aber ihn dann für insgesamt 60 Tage einzusperren, ist grausam und unangemessen."
Sehr gut 👏👏👏
Bitte auch bei und Strafmündigkeit ab 10....wer in dem Alter fähig ist zu morden, zu stehlen, zu prügeln, sollte auch fähig sein, dafür entsprechend zu büßen
Bei Mord gibt es keine Frage nach Strafmündigkeit
Für das Opfer gibt es auch keine Zweite Chance.