Also sang sie am liebsten von ihrem Zuhause: Von der "Guten alten Zeit, als es uns schlecht ging".
Erster großer Erfolg mit "Dumb Blonde"
Nach dem Schulabschluss zog sie nach Nashville. Dort nahm sie der Country-Star Porter Wagoner unter seine Fittiche. Der erste große Erfolg stellte sich nach ihrem 21. Geburtstag mit dem Album "Hello, I'm Dolly" ein. Der erste Titel "Dumb Blonde" (Dumme Blondine) war dann wegweisend. Denn genau mit diesem Image feierte sie Jahrzehnte lang Erfolge - das blonde, üppige Mädchen in Jeans und Flanellhemd, mit der Gitarre in der Hand.
Die Kritik an dem Image störte sie nie: "Ich weiß ja selbst am besten, dass ich nicht dumm bin. Und nicht blond." Die Mähne war eines ihrer Markenzeichen. Einem Chirurgen vertraute sie sich schon an, als Brustoperationen noch etwas Besonderes waren.
"Ich kannte Dolly schon, als sie noch flachbrüstig war", sagte ihr Manager Lee Solters einmal. Parton stand zu ihren Operationen: "Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?" Bei ihrem Publikum bedankte sie sich immer wieder für das Geld, das die Fans für Konzertkarten ausgeben mussten: "Es kostet schließlich viel Geld, so billig auszusehen."
Mehr als 100 Millionen Plattenverkäufe
Sie stieg schnell zur Königin der Country-Musik auf. Insgesamt nahm Parton, die gut ein Dutzend Instrumente beherrschte, über 80 Alben auf und hatte mehr als zwei Dutzend Nummer-Eins-Hits. Über 100 Millionen verkaufte Alben stehen auf ihrer Haben-Seite, ebenso wie eine Reihe von Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Dolly Parton war auch eine knallharte Geschäftsfrau. Sie besaß Restaurants, einen Vergnügungspark namens "Dollywood" und verkaufte sogar Perücken.
Doch Parton war auch großzügig: Sie spendete jährlich Millionen für Bildung. Mehr als 2,5 Millionen Bücher bezahlte sie Jahr für Jahr mit ihrer Organisation "Imagination Library". 1966 heiratete sie den Bauunternehmer Carl Dean, den sie in einem Waschsalon kennengelernt hatte ("Das war der Tag, an dem mein Leben begann"). Das Paar blieb kinderlos. "Es sollte einfach nicht sein", sagte sie dazu später.
Dean mied von Anfang an die Öffentlichkeit und blieb der unauffällige Mann an ihrer Seite. Aufsehen erregte allerdings Partons Welthit "Jolene" von 1973: Darin appelliert sie an eine andere Frau, ihr nicht den Mann wegzunehmen. Angeblich hatte Carl Dean damals häufig eine Bank besucht, weil er eine Angestellte dort attraktiv fand.
Der Verlust ihres Mannes traf sie tief
Nach fast 60 Jahren Ehe starb ihr Mann im März 2025. Der Verlust traf die Musikerin tief, so tief, dass sie monatelang keine Texte mehr schreiben konnte, wie sie öffentlich gestand. "Vielleicht später", verriet sie in einem NBC-Interview. Dennoch veröffentlichte sie nur wenige Tage nach seinem Tod den Song "If you hadn't been there", um an ihren Mann zu erinnern. Darin fragt sie sich, wer und wo sie ohne ihn wäre. "I thank God and you, Oh, for your loving care."
Ende September 2025 musste Parton aus gesundheitlichen Gründen mehrere für Dezember geplante Konzerte in Las Vegas absagen. Wenige Tage später sorgte ihre Schwester Freida für Aufregung bei den Fans des Country-Stars, als sie darum bat, für Dolly zu beten. "Viele von euch wissen, dass sie sich in letzter Zeit nicht besonders gut gefühlt hat", schrieb sie auf Facebook.
Kurz darauf relativierte sie ihre Aussage und sagte, sie habe niemanden erschrecken wollen. Doch bei Parton mehrten sich die gesundheitlichen Probleme. Sogar ihren Ehren-Oscar holte sie sich im vergangenen November nicht persönlich in Los Angeles ab. Im Mai sagte sie dann die für September geplante Konzertreihe in Las Vegas ab.
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