Die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg militärisch auf der Insel mit ihren knapp 60.000 Einwohnern präsent - allerdings mit über die Jahrzehnte rückläufiger Tendenz. Sie betreiben aktuell auf der Arktisinsel nur den Militärstandort Pituffik Space Base, der sich auf Raketenabwehr und Weltraumüberwachung konzentriert.
Was gewinnt Trump?
Trump verkauft das Ganze als Sieg. Er braucht positive Schlagzeilen, weil er innenpolitisch wegen des zäh verlaufenden Iran-Kriegs unter Druck steht. In gut sechs Wochen finden die wichtigen US-Parlamentswahlen statt, bei denen Trumps Republikaner ihre hauchdünnen Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat verteidigen will.
Trump kann sich mit Blick auf China gestärkt fühlen. Er zielte schon länger darauf, Chinas und auch Russlands Einfluss in der Region einzuhegen. Wenn man sich Grönland entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe, hatte er Ende 2025 gesagt. «Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit.»
US-Außenminister Marco Rubio zielte vor allem auf China ab. Der Deal beinhalte, dass man gemeinsam mit Dänemark künftige Investitionen aus dem Ausland vorab überprüfen könne, sagte Rubio dem Sender Fox News. Man wolle nicht eines Tages aufwachen und feststellen: «Okay, ja, das chinesische Militär ist nicht hier, aber ihre Firmen besitzen alle Häfen, ihre Firmen besitzen das ganze Land.»
Was bedeutet das Abkommen für Grönland und für Dänemark?
Die Grönländer können mit dem Abkommen vorläufig aufatmen. Ihre Souveränität wird nicht angetastet. Für Grönland war es dazu ein Erfolg, mit am Verhandlungstisch gesessen und das Abkommen mit unterschrieben zu haben. «Für Grönland ist das hier nicht nur eine Vereinbarung über uns; es ist eine Vereinbarung mit uns», sagte Regierungschef Jens-Frederik Nielsen.
Andererseits hat das Vertrauen in die USA durch die Drohgebärden stark gelitten. Ganz sicher dürften sich die Grönländer deshalb nicht fühlen. Anwohner einer möglichen künftigen Militärbasis in Narsarsuaq haben sich außerdem schon kritisch über eine US-Präsenz in ihrer Umgebung geäußert.
Dänemark dürfte mit dem Deal sehr zufrieden sein. Erstens ist damit die diplomatische Krise mit dem wichtigen Zusammenarbeitspartner erst einmal vom Tisch. Zweitens hat das Abkommen die Dänen zumindest nach erster Einschätzung nicht so viel gekostet wie befürchtet. In vielen Punkten sind sich Dänemark und die USA einig - etwa was die gewachsene Bedrohung in der Arktis oder die Notwendigkeit einer stärkeren Nato-Präsenz angeht.
Was bedeutet das für die Nato?
Das Bündnis soll nach Wunsch der drei Länder künftig noch mehr Flagge in Grönland zeigen: «Die Vertragsparteien unterstützen ein stärkeres Engagement der Nato in der Arktis, insbesondere bei der Planung, Präsenz, Durchführung von Übungen und der gemeinsamen Nachrichtengewinnung», heißt es in dem Abkommen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte schrieb bei X: «Die Vereinbarung stärkt - zusammen mit der zunehmenden Rolle der Nato bei der Sicherung dieser strategisch wichtigen Region - unsere gemeinsame Sicherheit und trägt zu einer sichereren und stabileren Zukunft für uns alle bei.»