George W. Bushs Wirken als US-Präsident polarisierte, vor allem wegen des Irak-Kriegs. Im Lichte der Präsidentschaft von Donald Trump könnte sich die Sicht auf ihn wandeln.
Es ist der Sommer der 80-Jährigen in den USA. Donald Trump feierte bereits seinen runden Geburtstag mit Käfigkämpfen vor dem Weißen Haus. Zwei seiner Vorgänger im US-Präsidentenamt werden in Kürze auch dieses Alter erreichen: Bevor im August Bill Clinton 80 wird, feiert George W. Bush an diesem Montag.
Er regierte von 2001 bis 2009. Sein Wirken wurde über seine zwei Amtszeiten hinaus sehr kontrovers diskutiert. Aber fällt das Urteil über die Bush-Ära im Lichte des erratischen Regierungsstils von Trump heute anders aus?
Die «New York Times» schrieb vor zehn Jahren mal, es gebe den Grundsatz, dass Präsidenten beliebter werden, sobald sie Ex-Präsidenten sind - und schob nach: «Zugegebenermaßen konnte es für George W. Bush auch nur aufwärtsgehen.»
Vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit waren Bushs Zustimmungsraten im Keller. Die Finanzkrise 2008, die sich aus der Immobilienblase und unzureichender Regulierung der Finanzmärkte entwickelt hatte, hatte ihm stark zugesetzt. Vor allem seine Kriege machten Bush, der sich gerne als bodenständiger Texaner präsentierte, zur Zielscheibe scharfer Kritik.
Bush steht für den Irak-Krieg
Bush hatte sich dem globalen «Krieg gegen den Terror» verschrieben, als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001. Er prägte auch den Begriff der «Achse des Bösen»: Damit brandmarkte er den Iran, den Irak und Nordkorea, Terrornetzwerke zu unterstützen. Bush ließ auch das berüchtigte Gefängnis Guantánamo errichten. Die Rechtslage der Gefangenen, ihre Haftbedingungen, Berichte über Verhör- und Foltermethoden führten international zu einem Aufschrei.
Die Invasion im Irak ab März 2003 hatte die Bush-Regierung mit der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen in dem Land begründet - die aber nie gefunden wurden. Hinzu kamen Bilder, die um die Welt gingen: Häftlinge im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib bei Bagdad, gefoltert durch US-Militär. In Afghanistan führte Bush bereits ab Oktober 2001 Krieg. Kritiker sprachen von einer fehlenden Ausstiegsstrategie, zudem habe Bush das Land nicht stabilisiert. Zudem wurde dem 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten vorgeworfen, keine grundsätzliche Reue über den Irak-Krieg gezeigt zu haben.
Auch die Trump-Regierung kritisiert Bushs Vorgehen, obwohl sie selbst Ende Februar militärische Angriffe gegen den Iran anordnete. Trump ließ vor längerer Zeit auf dem Gelände des Weißen Hauses eine neue Präsidentengalerie mit Plaketten anbringen. Unter dem Konterfei von Bush heißt es, die Kriege gegen den Irak und Afghanistan «hätten nicht stattfinden dürfen».