Krankmeldung ab Tag 1 - aber ohne zum Arzt zu müssen? So plant die Regierung die Neuerung

Die Regierung plant strengere Regeln für Krankmeldungen. Künftig soll bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Bescheinigung nötig sein. Doch zum Arzt soll man nicht zwangsläufig müssen.

Die umstrittenen Pläne der schwarz-roten Koalition für strengere Krankmelderegeln sind in ihrer konkreten Ausgestaltung bislang noch offen. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, dass die Details erst noch festgelegt werden müssten.

Im Mittelpunkt steht die geplante Pflicht, bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Kornelius betonte jedoch, daraus folge nicht automatisch, dass Beschäftigte am ersten Tag eine Arztpraxis aufsuchen müssten. Ähnlich äußerte sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Er sagte, entscheidend sei, vom ersten Tag an eine Bescheinigung zu haben, nicht zwingend ein Praxisbesuch am selben Tag.

Videosprechsstunde statt telefonischer Krankschreibung?

Wie diese Bescheinigung im Einzelfall beschafft werden soll, blieb zunächst offen. Das Gesundheitsministerium verwies lediglich darauf, dass Atteste auch im Rahmen einer Videosprechstunde ausgestellt werden können.

Hintergrund der geplanten Neuregelung sind aus Sicht der Koalition zu hohe Fehlzeiten. Deshalb soll die telefonische Krankschreibung ohne Praxisbesuch wieder abgeschafft werden.

Gleichzeitig soll die ärztliche Bescheinigung künftig grundsätzlich ab dem ersten Krankheitstag erforderlich sein. Bislang muss sie in der Regel erst ab dem vierten Tag vorgelegt werden. Abweichende Regelungen auf betrieblicher Ebene sollen weiterhin möglich bleiben.

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