Da die aktuelle Serie aus 20 Mittwochs- und 20 Samstagsziehungen bestand, lautete seine Rechnung:
82,15 % × 82,15 % × ... 20-mal × 73,53 % × 73,53 % × ... 20-mal
"Oder kurz: 0,8215 hoch 20 × 0,7353 hoch 20 = 0,0000418. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr 1 zu 24.000", sagt der Mathematik-Professor.
Wie selten ist das? "Ein guter Vergleich aus dem Alltag ist eine Münze", sagt Hesse: Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Münze 15-mal hintereinander Kopf zu werfen, beträgt ihm zufolge 1 zu 32.768. "Die aktuelle Lotto-Serie ist also ungefähr so selten wie 15-mal hintereinander Kopf – sogar etwas wahrscheinlicher", erklärt der Mathematik-Professor.
Eine andere Veranschaulichung von ihm: 24.000 Ein-Euro-Münzen hintereinandergelegt ergeben eine Kette von etwa 558 Metern. Nur eine von diesen 24.000 Münzen sei auf der Rückseite markiert. "Wenn Sie eine Münze zufällig auswählen und dabei auf die markierte treffen, ist ein Ereignis eingetreten, das so unwahrscheinlich ist wie eine jackpotlose Serie der Länge 40", sagt er.
Was passiert bei 41., 42. oder 43. Lotto-Ziehung ohne Jackpot-Gewinner?
"Weil samstags mehr Tipps gespielt werden, wird eine weitere jackpotlose Samstagsziehung stärker ins Gewicht fallen als eine weitere Mittwochsziehung", sagt Christian Hesse. Wäre der Jackpot am Samstag nicht gefallen, wäre die Wahrscheinlichkeit umso geringer geworden.
Unter den genannten Annahmen ergab sich ihm zufolge folgende Wahrscheinlichkeit:
- 40 jackpotlose Ziehungen: 1:24.000
- 41 jackpotlose Ziehungen: 1:32.600
- 42 jackpotlose Ziehungen: 1:39.600
- 43 jackpotlose Ziehungen: 1:53.900
"Der Grund für die Sprünge ist der Wechsel der Wochentage. Nach einer weiteren Samstagsziehung wird die Wahrscheinlichkeit der gesamten Serie mit etwa 0,7353 multipliziert; nach einer weiteren Mittwochsziehung mit etwa 0,8215", erklärt er.
Warum die Wahrscheinlichkeit, dass der Lotto-Jackpot geknackt wird, immer gleich bleibt
Nur weil der Jackpot lange nicht geknackt wurde, ist die nächste Ziehung laut dem Mathematik-Professor nicht wahrscheinlicher: "Das ist statistisch der wichtigste Punkt. Jede Lottoziehung ist unabhängig von den vorherigen Ziehungen. Dass der Jackpot bereits 40-mal nicht geknackt wurde, erhöht deshalb nicht die Wahrscheinlichkeit, dass er bei der nächsten Ziehung geknackt wird", sagt Christian Hesse.
"Nach 40 Ziehungen muss der Jackpot jetzt bald fallen", sei daher eine falsche Annahme - auch wenn es in diesem Fall tatsächlich so passiert ist. "Richtig ist vielmehr: Die bereits eingetretene Serie wird mit jeder weiteren jackpotlosen Ziehung immer unwahrscheinlicher. Die Wahrscheinlichkeit der jeweils nächsten Ziehung bleibt dagegen unverändert", erklärt er.
Besonderheiten des Zufallsprinzips beim Lotto
Die lange Jackpotphase verdeutlicht auch laut Lotto-Bayern-Sprecherin Verena Ober einmal mehr die Besonderheiten des Zufallsprinzips: "Mal wird der Jackpot bereits nach kurzer Zeit geknackt und es gibt manchmal sogar mehrere Gewinner, mal lässt der große Gewinn über viele Ziehungen hinweg auf sich warten", sagt sie.
Beim Spiel "6 aus 49" sind 50 Millionen Euro gesetzlich als Obergrenze festgelegt. Bei einer längeren Phase ohne Gewinnerin oder Gewinner erhöht sich der nächste Einstiegs-Jackpot. Wegen der langen Zeitspanne ohne Hauptgewinn waren jüngst mehr als 121 Millionen Euro im Topf. Damit startet auch der folgende Jackpot direkt mit der Maximalsumme von 50 Millionen Euro. Das gab es in der deutschen Lottogeschichte noch nie - seit über 70 Jahren. che/lmi/dpa
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