Tupac Shakur war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rapper der 1990er Jahre und gilt bis heute für den Hip-Hop als eine prägende Figur. Der für Hits wie "California Love" und "Changes" bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen Platten. Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus. 2017 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2023 folgte eine Sternenplakette auf Hollywoods Walk of Fame.
Eigene Worte des Angeklagten bringen Ermittlungen weiter
Davis wurde in dem Prozess nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips vielmehr den Drahtzieher des tödlichen Angriffs im Umfeld rivalisierender Gruppen. Nach Darstellung der Anklage organisierte Davis die Vergeltungsaktion und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des US-Bundesstaates Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der anderen bei der Tat hilft.
Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Er plädierte auf nicht schuldig.Lange fehlten ausreichende Beweise, um den
Fall vor Gericht zu bringen. Am Ende hätten unter anderem Davis' eigene Worte die Untersuchungen weitergebracht, erklärten die Ermittler. Davis hatte mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert worden seien. Er sei der einzige Insasse, der noch lebe, gab er in Interviews an. Die tödlichen Schüsse habe sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren "Compton Street Legend" schrieb er über den Vorfall.
Verteidiger versucht, ihn als Lügner und Angeber darzustellen
Auslöser der Tat soll eine Schlägerei wenige Stunden vor den Schüssen gewesen sein. Shakur und Begleiter hatten nach einem Boxkampf von Mike Tyson in Las Vegas Davis' Neffen Orlando Anderson angegriffen. Anderson, der mit 23 Jahren bei einer Schießerei ums Leben kam, gehörte mutmaßlich wie Davis den South Side Compton Crips an. Shakur war mit dem rivalisierenden Umfeld um das Plattenlabel Death Row Records und dessen Mitgründer Suge Knight unterwegs.
Um die früheren Äußerungen zu entkräften, hatte Verteidiger Michael Sanft seinen Mandanten in dem Prozess als Lügner und Angeber dargestellt. Dieser habe viele Dinge erfunden, um daraus Kapital zu schlagen. Physische Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war, gab es in dem Verfahren nicht. Sanft hielt den Ermittlern zudem vor, dass bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht worden seien. Die Mordwaffe wurde beispielsweise nie gefunden.
Davis hatte in den letzten Jahren auch häufiger betont, dass er nun Großvater sei und die Gang-Szene längst hinter sich gelassen habe. Doch Richterin Kierny wies diese Darstellung scharf zurück. So würde das hier nicht laufen, sagte Kierny bei der Verkündung des Strafmaßes. Man könne nicht einen Menschen seiner Familie wegnehmen und dessen Leben und ganze Zukunft nehmen und einfach davonlaufen - "vor allem, wenn dieser Mensch Tupac Shakur ist", wandte sich die Richterin mit deutlichen Worten an Davis. Die Welt habe den Rapper und dessen Tod nie vergessen. "Es hat 30 Jahre gedauert, aber jetzt werden Sie für das zur Rechenschaft gezogen, was Sie am 7. September 1996 getan haben".
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