Die Frage nach Friedensverhandlungen mit Russland sei "natürlich berechtigt", sagt Norbert Röttgen im ntv-Talk "Pinar Atalay". Für zielführend halte der CDU-Außenpolitiker Gespräche mit Putin zum Ukraine-Krieg allerdings nicht.
"Dieser Krieg will nicht enden", stellt Pinar Atalay in ihrem ntv-Talk mit Blick auf die Ukraine fest. Ihr Gast Norbert Röttgen möchte das jedoch nicht so stehen lassen. "Putin will ihn nicht beenden", unterbricht der CDU-Mann die Moderatorin. Die wiederum konfrontiert Röttgen mit einer Frage, die sich "viele Menschen in Deutschland" stellen würden: Weshalb werde nicht einfach miteinander geredet?
"DIe Frage ist natürlich berechtigt, aber es gibt auch eine klare Antwort auf die Frage", holt der Unionspolitiker in Bezug auf Friedensverhandlungen aus. "Und die ist die, dass Russland und Putin praktisch keinen Tag vergehen lassen, an dem sie nicht eindeutig sagen: Wir wollen Krieg - und wir wollen nicht verhandeln." Aus Russlands Perspektive gebe es nur eine "einzige Option der Verhandlung", erklärt Röttgen, und zwar, "dass die Ukraine aufgibt und kapituliert".
"Diese Ehrlichkeit müssen wir aufbringen"
Aus diesem Grund halte er es "für einen Fehler, wenn wir hier so täten, weil das ja so eine gefällige Botschaft ist, wir kriegen das schon durch Reden hin". Röttgen ist überzeugt: "Nein, wir werden es nicht durch Reden hinkriegen." Weiter spricht sich der 61-Jährige diesbezüglich für Offenheit vonseiten der Politik aus: "Diese Ehrlichkeit müssen wir aufbringen, auch wenn sie nicht gefällig ist. Aber es ist die Ehrlichkeit und die Wahrheit."
Er selbst habe "im Sommer 2021" erstmalig "angefangen, auch mit anderen über die Möglichkeit eines russischen Krieges zu sprechen", blickt der Außenpolitiker im weiteren Verlauf der Sendung zurück. Noch ein Jahr zuvor habe er es für "ausgeschlossen" gehalten, "dass Russland auch unter Putin die Lehren von zwei Weltkriegen, die wir mit Nationalismus, Militarismus und Krieg in Europa gemacht haben, in den Wind schlägt und Krieg wieder nach Europa zurückbringt."
Die ganze Ausgabe von "Pinar Atalay" steht bei RTL+ zum Abruf bereit.
Quelle: teleschau – der mediendienst