Tilo Prückner im Alter von 79 Jahren verstorben: Vorliebe für verschrobene Rollen
Grantig, verschroben, schlitzohrig - aber selten richtig böse. Das sind die Typen, die Tilo Prückner oft und gerne gespielt hat. Prückner spielte unter anderem in der ARD-Krimireihe "Tatort" einen Ermittler und den Nachtalb in "Die unendliche Geschichte". Zudem wirkte er in unzähligen Fernsehproduktionen mit, unter anderem in der "Donna Leon"-Reihe sowie in mehreren bei "SOKO"-Folgen. Zuletzt war er seit 2015 in der ARD-Vorabendserie "Rentnercops" zu sehen.
Über mangelnde Angebote konnte der Mann mit dem markanten Schnauzer nicht klagen, bis ins hohe Alter war sein Terminkalender voll. Ob "Kluftingerkrimi", die "Ostwind"-Filme oder der ZDF-Dauerbrenner "Kommissarin Lucas" - Prückner war gefragt. Oft war Prückner in eher kleineren Rollen zu sehen. "Das sind meist die besseren Rollen", fand er.
Prückner wurde in Augsburg geboren und ging in Nürnberg zur Schule, wo er auch sein Abitur machte. Seine Familie blickt auf eine lange Tradition im oberfränkischen Hof zurück. Nach abgebrochenem Jura-Studium begann er Anfang der 60er Jahre mit einer Schauspielausbildung in München. Er ist Mitbegründer der Schaubühne Berlin, spielte am Schauspielhaus Zürich und gastierte am Bayerischen Staatsschauspiel. Für seine Rolle in der Kinokomödie "Bomber & Paganini" an der Seite von Mario Adorf erhielt er 1976 den Deutschen Darstellerpreis. Ende 2013 veröffentlichte Prückner seinen ersten Roman, "Willi Merkatz wird verlassen".
Die ARD ehrt den populären Schauspieler am Mittwoch (8. Juli) mit einer Wiederholung des neun Jahre alten Films "Holger sacht nix" um 20.15 Uhr. In der Fernsehproduktion verkörpert Prückner als Hauptdarsteller den titelgebenden verbitterten Bauern Holger. Darin kommt Tochter Olga mit Anfang 30 aus der Großstadt zurück auf den elterlichen Bauernhof, den sie einst nicht übernehmen wollte. Neben Prückner sind Julia Maria Köhler, Max Engelke und Carmen-Maja Antoni zu sehen.
tu/sl/dpa
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