Ein toter Callboy beschäftigt die Zürcher Kommissarinnen Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) im letzten "Tatort" vor der Sommerpause. Der Film erzählte auch von illegalen Migranten in der Schweiz. Wie viele davon gibt es wirklich?
Der letzte neue Sonntagskrimi im Ersten vor der extra langen Sommerpause kam in diesem Jahr aus der Schweiz: Im "Tatort: Könige der Nacht" (Regie: Claudio Fäh, Buch: Mathias Schnelting) ermittelten die Zürcher Kommissarinnen Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) am Sonntagabend in einem besonders sozialkritischen Fall.
Worum ging es im "Tatort: Könige der Nacht"?
An der Limmat wurde die Leiche des Callboys Ruben Jovanov (Yves Weckemann) gefunden. Den Verletzungen nach zu urteilen wurde der junge Mann, der als Jugendlicher aus Nordmazedonien in die Schweiz kam, von mehreren Tätern gleichzeitig erstochen. Auch stand er vor seinem Tod wohl unter Drogen. In der Wohnung des Toten fanden die Kommissarinnen nicht nur eine Mini-Überwachungskamera, sie trafen auch auf zwei vorbestrafte Männer, die nach eben jener Kamera suchten. Einer von ihnen erzählte beim Verhör von Rubens "Suggardaddy". Es handelte sich dabei um den angesehenen Richter Urs Jacobi (Stefan Merki). Da es pikante Aufnahmen von beiden gab, vermuteten die Kommissarinnen zunächst, dass Jacobi erpresst wurde und verdächtigten ihn des Mordes an dem Jungen.
Worum ging es wirklich?
Parallel zu den Mordermittlungen erzählte der Krimi jedoch noch eine andere Geschichte: Die Fahrradkurierin Moya Alemu (Nambitha Ben-Mazwi) hatte in der Mordnacht eine Pizza an den nun toten Ruben in ein größtenteils leerstehendes Hochhaus in Zürich geliefert. Dort wurde sie auch Zeuge, wie zwei vermummte Männer Rubens verpackte Leiche aus dem Gebäude schafften. Da sie die Schicht heimlich von ihrer Freundin Sanaa Mukambo (Nancy Mensah-Offei) übernommen hatte, traute sie sich nicht, zur Polizei zu gehen. Erst als Sanaa bei einem vorsätzlichen Autounfall starb, kam die Polizei ihr auf die Spur.
Sanaa Mukambo kam einst als Kriegsgeflüchtete aus Äthiopien in die Schweiz. Sie besaß eine Arbeitserlaubnis und war als Geflüchtete anerkannt. Im Gegensatz zu Moya: Die junge Frau kam vor sechs Monaten zusammen mit ihrem Sohn Yaro (André Nkot Olinga) über die zentrale Mittelmeerroute nach Italien. "Ihre Fingerabdrücke wurden von der italienischen Grenzschutzbehörde aufgenommen", erklärte der Kriminaltechniker Noah Löwenherz (Aaron Arens) im Film: "Das heißt, eigentlich hätte sie in Italien Asyl beantragen müssen, ist aber nach ihrer Ankunft untergetaucht." Das Drehbuch bezog sich damit auf die 2013 in Kraft getretene Dublin-Verordnung. Doch stattdessen ist Moya mit ihrem Sohn illegal in die Schweiz weitergereist und dort bei ihrer Freundin Sanaa untergekommen.
Wie war die Asylsituation 2025 in der Schweiz?
Von den rund neun Millionen Menschen, die 2025 in der Schweiz lebten, besitzen laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) drei Viertel einen Schweizer Pass. Die Zahl der Asylgesuche betrug laut der Asylstatistik des Jahres 2025 (abzüglich der ukrainischen Geflüchteten mit Schutzstatus S) 25.781. Das waren 1.959 Anträge weniger als noch 2024. Die Asylgewährungsquote lag 2025 bei 27,1 Prozent.
Rechtswidrige Aufenthalte in der Schweiz werden vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) erfasst. Dieses meldete für das Jahr 2025 14.577 entsprechende Aufgriffe, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Jahren 2024 (29.459), 2023 (50185) und 2022 (52.077) darstellte. 2.449 Personen wurden 2025 an ausländische Behörden übergeben.
Wie ging es für Moya weiter?
Dieses Schicksal drohte im "Tatort: Könige der Nacht" auch Moya und ihrem Sohn: "Wenn sie in Ausschaffungshaft kommt, dann wird sie innerhalb von sechs Monaten nach Italien rückgeführt", erörterte Ott im Film: "Von dort kommt sie in eines dieser Abschiebezentren irgendwo in Albanien oder sonst wo und kann jederzeit in ihr Herkunftsland abgeschoben werden, wo Krieg herrscht und sie keinerlei Perspektive hat." In der Schweiz bleiben, so ergänze Grandjean, könnten sie nur, wenn sie "zuerst 18 Monate verschwinden".