Im brasilianischen Dschungel hatte der Informatiker Christian Blankenhorn 2010 die "schönste Frau der Welt" getroffen - der Beginn einer ungewöhnlichen Lovestory, die die VOX-Dokusoap "Goodbye Deutschland" fast von Beginn an begleitet hatte. In der 20-Jahre-Jubiläumsfolge gab es nun ein Update.
Von Daniela Katzenberger (39) bis Konny Reimann (70) - die VOX-Dokusoap "Goodbye Deutschland" hat in den 20 Jahren ihres Bestehens rund 1.800 Auswanderinnen und Auswanderer an 75 Orten begleitet und dabei so manch bekanntes Gesicht hervorgebracht. Und so manch spannende, interkulturelle Liebesgeschichte gezeigt.
Ein solches Paar wurde nun für die Jubiläumsfolge (Montag, 20. Juli, 20.15 Uhr, bei VOX und bereits vorab bei RTL+) neben drei weiteren Schicksalen auf insgesamt vier Kontinenten erneut besucht: Wie ging es dem Informatiker Christian Blankenhorn (heute 51), der sich 2010 in die Amazonas-Häuptlingstochter Umussy Fontez Vaz (heute Umussy Vaz Blankenhorn, 36) verliebt, sie geheiratet und mit ihr zwei Töchter bekommen hatte?
"Boom - da funkt's!"
Mehr Culture Clash ging eigentlich nicht: Der gebürtige Bayer hatte am Bodensee für ein großes deutsches Luftfahrt-Unternehmen gearbeitet, die indigene Brasilianerin Touristinnen und Touristen einheimische Tänze gezeigt, als sich ihrer beider Wege während eines Urlaubs von Christian gekreuzt hatten. "Boom - da funkt's!", hätten beide sofort bemerkt, erinnerte er sich nun. Liebe auf den ersten Blick!
Doch auch eine Hochzeit und zwei Geburten später hatte Christian noch gezögert, ganz in das Urwalddörfchen Praia do Tupé am Rio Negro, rund eine Bootsstunde von Manaus entfernt, zu ziehen. Man konnte es ihm nicht verdenken: Das Leben war für mitteleuropäische Verhältnisse alles andere als luxuriös, die Wäsche war im Fluss gewaschen worden, die Toilette hatte aus einem Plumpsklo bestanden. Dazu war die technische Infrastruktur schlecht gewesen, das Internet unbeständig - wie hätte er von hier aus Geld verdienen sollen? Umgekehrt hatte Umussy sich auch kein Leben in Deutschland vorstellen können: "Ich würde die Freiheit des Dschungels vermissen!" Ebenfalls nachvollziehbar.
Fast zehn Jahre lang hatte sich die Familie darum nur alle paar Monate für jeweils zwei Wochen sehen können, insgesamt nur ein Viertel des Jahres miteinander verbracht. Bis es seiner selbstbewussten "Pocohontas", wie Christian sie liebevoll nannte, zu viel geworden war und sie ihm ein Ultimatum gestellt hatte: Ganz oder gar nicht, in spätestens einem Jahr solle er zu ihr und den Kindern ziehen, das Geld würde schon reichen, sie verdiene ja auch.
Vom Bodensee in den Dschungel
Und siehe da: Als VOX nun erneut in den Amazonas reiste, hatte sich einiges geändert: Eigenhändig hatte Christian die Hütte der Familie in zweijähriger Arbeit umgebaut und gestrichen, sie mit einer Solaranlage für die Stromversorgung, stabilem Satelliteninternet, Klimaanlage und Waschmaschine ausgestattet, und war ganz hierhergezogen.
Seit fünf Jahren arbeitete er inzwischen als IT-Manager für verschiedene mittelständische Unternehmen in Europa und genoss es, beim Arbeiten auf Palmen blicken zu können. Zusätzlich ließen er und Umussy das ehemalige Ritualhaus ihres Stammes als Cabin zur Vermietung ausbauen - schließlich sollte seine Familie von ihm unabhängig sein, sollte ihm mal etwas zustoßen.