Neueste Forschungen liefern in der Veste Coburg Erstaunliches zutage. In Sonderführungen können Besucher das jetzt selbst erleben.
Die Veste, die in 167 Metern Höhe über der Stadt thront, hält auch für eingesessene Coburger Neues/Geheimnisse bereit. Erst im vergangenen Jahr feierte die Burg ihr 800‑jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums beschäftigten sich im Vorfeld 18 Forscherinnen und Forscher neu mit der Festung, wie Niels Fleck, Kurator der Kunstsammlungen der Veste Coburg und Kunsthistoriker inFranken.de mitteilt.
"Dabei haben wir das älteste aufragende Mauerwerk ausfindig machen können und im Rahmen dieses Mauerwerks befindet sich der Ansatz eines Burgtores", erklärt der Experte. Dieses befinde sich in einem Gewölbekeller – ein Ort, der für Besucher ausschließlich im Rahmen von Sonderführungen zugänglich sei.
Veste Coburg: "Auf Schritt und Tritt" verschiedene Epochen entdecken
Man gehe davon aus, dass über die Anfänge der Veste vor rund 800 Jahren nicht viel bekannt sei. Das meiste, was rekonstruiert werden konnte, stamme aus den Funden, die im Rahmen der Jubiläumsfeier stattgefunden haben. Ungefähr drei Jahre habe die Untersuchung in Anspruch genommen. Damit, so Fleck, gebe es jetzt "Anhaltspunkte, welche die Veste in Coburg in ihrer Ursprungszeit greifbarer werden lassen". Weitere Ausflugsziele in Franken – ganz ohne Touristenmassen– die du besuchen solltest, findest du hier.
Was ihn an der Burg besonders fasziniert? "Wer heute über die Veste geht, läuft auf Schritt und Tritt in eine Bauphase", äußert der Kurator. Die Burganlage, die ursprünglich im Mittelalter erbaut wurde, wurde immer wieder weiterentwickelt. Mittlerweile, so Fleck, könnten Besucher mit einem "etwas geübten Auge" unter anderem Elemente aus der gotischen Epoche, der Renaissance, dem Barock und der Romantik entdecken.
Besonders viel Handschrift hinterlassen habe der Architekt Bodo Ebhardt. Ein Beispiel: Ebhardt habe statt regionalem Stein den gelblichen Main-Sandstein für den Bau verwendet. Das Resultat: ein vergleichsweise grobes Erscheinungsbild. Das sei bis heute auf der Festung sichtbar. "Man kann ganz toll sehen, was eine Ebhardt'sche Zutat ist", sagt Niels Fleck. Genau das sei auch ein Bestandteil einer speziellen Führung, welche die Besucher daran heranleiten soll.
Zwei Sonderführungen im September – Orte, an die du sonst nicht kommst
Bei diesem besonderen Rundgang am Samstag, 19. September, um 15.30 Uhr blicken der Kunsthistoriker und der Naturwissenschaftler Dr. Eckhard Mönnig außerdem nicht nur auf, sondern auch tief unter die Festungsmauern: auf die geologische Beschaffenheit des Festungsbergs und seine Bedeutung für die Wasserversorgung der Burg und späteren Festung, wie das Mueseum "Kunstsammlungen der Veste Coburg" in einer Pressemitteilung bekannt gibt.
Die Route sei entlang dem "Zwinger" - einem Gang, der wie ein Gürtel um die Veste herumführt – geplant. Besucher können "dabei lernen, mit eigenem Auge zu erkennen, was aus welcher Epoche kommt", sagt Fleck. Auch einen guten Blick über die Altstadt Coburg gebe es auf dem südlichen Teil des "Zwingers".