Das deutsche Finale am Samstag - wer singt für uns beim ESC in Wien?

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ESC 2026: Das deutsche Finale am Samstag - wer singt für uns in Wien?
Hazel Brugger (links) und Sandra Studer auf der Bühne des Eurovision Song Contest (ESC) 2025.
ESC 2026: Das deutsche Finale am Samstag - wer singt für uns in Wien?
Jens Büttner/dpa

Neun deutsche Acts kämpfen beim deutschen ESC-Vorentscheid um das Ticket für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien.

Gibt es in diesem Jahr großen Jubel, oder bleibt Deutschland beim Eurovision Song Contest eher im Mittelfeld? In den vergangenen Jahren hat Deutschland viel ausprobiert, um beim ESC wieder einen der vorderen Plätze zu erreichen. Im letzten Jahr setzte man sogar auf Stefan Raab als Hoffnungsträger, doch er konnte mit Abor & Tynna Deutschland nur auf Platz 15 bringen.

Im Jahr 2026 geht es mit frischem Elan in eine neue Runde. Die erste wichtige Station ist die Show "Eurovision Song Contest - Das Deutsche Finale", die am Samstag (28. Februar 2026, 20.15 Uhr, ARD) ausgestrahlt wird. Dort wird entschieden, wer für Deutschland beim ESC am 16. Mai in Wien antreten darf.

Welche deutschen Acts wollen zum ESC?

Neun Acts treten an, um das begehrte Ticket nach Wien zu gewinnen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält Sarah Engels (33). Sie wurde 2011 durch das Finale von (Deutschland sucht den Superstar) bekannt und machte auch durch ihre frühere Ehe mit Sänger Pietro Lombardi Schlagzeilen. Mittlerweile ist sie in vielen Bereichen der Kunst erfolgreich.

Zuletzt übernahm die Kölnerin die Hauptrolle im Musical "Moulin Rouge!". Auch die Musikerinnen Malou Lovis (26) und Molly Sue (25) sammeln Erfahrungen im Fernsehen und bei Castingshows. Malou Lovis konnte "The Voice of Germany" für sich entscheiden. Molly Sue war Mitglied im "The Voice Kids"-Team der früheren ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut. Weitere Konkurrenz kommt von Sängerin Laura Nahr (25).

Bei den Männern treten an: der Deutsch-Amerikaner Myle (25), Songwriter Bela (23) und der Liechtensteiner Musiker wavvyboi (27), eigentlich Simon Vogt-Grande. Neben den vielen Einzelkünstlern haben es zudem zwei Formationen in den Vorentscheid geschafft - das Duo Ragazzki und die Gruppe Dreamboys The Band, deren Name aus einer WhatsApp-Gruppe entstand.

Welche Lieder werden geboten?

Alle Songs lassen sich den verschiedenen Schattierungen zeitgenössischer Popmusik zuordnen. Ein Lied mit einem "Oh Gott, was ist das denn?"-Moment - nicht untypisch für den ESC - ist nicht dabei. Songwriter Bela klingt mit "Herz" ein wenig nach Peter Fox und ein bisschen nach Zartmann. Molly Sue hat mit "Optimist (Ha Ha Ha)" eine Mutmach-Ballade mit Klavierbegleitung im Angebot.

Sarah Engels' Vortrag "Fire" ist tanzbarer, der Song "Jeanie" von Dreamboys The Band schleicht sich dagegen sanft in die Indie-Pop-Ecke. Auffallen wird das Pop-Duo Ragazzki mit einer wilden Mischung aus Italo-Disko-Pop und Beats aus Osteuropa ("Polska-Pop"). Allerdings fällt es mit dem Lied "Ciao Ragazzki" auch nicht komplett aus dem Rahmen - pseudo-italienisch angehauchte Tanz-Musik ist im Zeitgeist. Die Band Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys etwa hat damit Erfolg. Nach der großen ESC-Geste klingt wavvyboi.

Sein Lied "black glitter" mischt Gitarrenriffs mit hohen melodischen Gesangslinien. Dazu sieht der Sänger aus wie aus den 70ern rübergebeamt. Dass Deutschland mal mit dem ähnlich betitelten Lied "Blood & Glitter" (Lord Of The Lost) auf die Nase fiel und Letzter wurde, werden viele Menschen vergessen haben - bei der langen Liste deutscher ESC-Pleiten verliert man ja leicht den Überblick.

Wer führt durch den Abend?

Bei der Moderation ist erst einmal Kontinuität angesagt: Barbara Schöneberger führt abermals durch den Vorentscheid. Nur Spezialisten werden sich noch an ESC-Shows ohne Beteiligung der 51-Jährigen erinnern können. Neu ist jedoch ihre Co-Moderatorin, die Komikerin Hazel Brugger. Die 32-Jährige bringt erstklassige Arbeitsproben mit ans Set: Im vergangenen Jahr moderierte sie das große ESC-Finale in der Schweiz. Als prominente Gäste werden unter anderem Schlagersängerin Paola Felix (75), Komikerin Carolin Kebekus (45) und "Der Bergdoktor"-Schauspieler Hans Sigl (56) erwartet.

Nach Jahrzehnten ist innerhalb der ARD nicht mehr der Norddeutsche Rundfunk (NDR) federführend für den Musik-Wettbewerb zuständig, sondern der Südwestrundfunk (SWR). Der neue Job ist sicher nicht nur purer Genuss: Mit dem ESC verhält es sich wie mit der Fußball-Nationalelf. Viele Menschen diskutieren meinungsfreudig mit, nie sind alle zufrieden. Zugleich hat die Marke große Strahlkraft.

Es wird spannend sein, zu sehen, was der SWR aus dem glitzernden ESC-Kaleidoskop macht. Klar ist bereits, dass man die neuen Zuständigkeiten während des ESC-Finales im Mai bemerken wird. Dann soll es ein Public Viewing geben - in der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe. Also mitten im SWR-Land.

Wie wird die Show?

Der SWR will Konzert-Atmosphäre. Im TV-Studio in Berlin sollen mehr als 1300 Zuschauer Zuschauer Platz bekommen, zum Teil stehend vor der Bühne. "Eines der größten deutschen Finals in der ESC-Geschichte" nennt es der Sender. Kommentiert werden die Acts zudem von ESC-Kommentator Thorsten Schorn. Man werde überdies einen "großen Wert auf die Inszenierung" legen, kündigte SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler im Gespräch mit dem Branchendienst dwdl.de an.

Wer nach Wien darf, wird nicht einfach vom Publikum gekürt - zunächst gilt es, eine Jury zu überzeugen. Das Gremium besteht laut SWR aus 20 Expertinnen und Experten aus 20 ESC-Teilnehmerländern, die die neun Acts auf drei reduzieren. Erst danach entscheidet allein das Publikum, wem es aus dem verbliebenen Trio die ESC-Mission zutraut. Einen ähnlichen Weg ging interessanterweise Stefan Raab bei seinem Vorentscheid im vergangenen Jahr.

Damals warf eine Jury kurz vor Schluss die Mittelalter-Rockband Feuerschwanz aus dem Rennen und entzog sie damit einer Abstimmung. Das kam nicht überall gut an, da die exotischen Schweiß- und Eisen-Musiker wegen ihrer Andersartigkeit viele Fans hatten. Der Modus ist also nicht ohne Gefahr und kann am heimischen Couchtisch schon mal zu Wutausbrüchen führen. Aber wie zuvor besprochen: Man wird es nie allen recht machen können.

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