Diese "Bares für Rares"-Expertise lief nicht wie erhofft: Die vermeintlich wertvollen Erbstücke der Oma waren nur billige Imitate.
"Du kommst mir äußerst bekannt vor", machte Horst Lichter große Augen, als er die Verkäuferin bei "Bares für Rares" begrüßte. "Kann es sein, dass wir uns irgendwann irgendwo begegnet sind?", fragte der Moderator in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow.
"Nein, ich habe aber mal beim Fernsehen gearbeitet", lachte Cosima Viola aus Köln. "Auch vor der Kamera." Lichter grübelte weiter: "Sie kommt mir bekannt vor, aber ich kann es dir nicht sagen ..." Experte Colmar Schulte-Goltz wusste längst Bescheid und schaute dem Moderator beim Überlegen zu. Der fragte nach: Welcher Sender? War es eine Serie? Dann löste Cosima Viola auf: "Lindenstraße!"
Dort spielte sie immerhin fast 20 Jahre lang die Rolle der "Jack": "Von 2001 bis zum Ende, also 2020." Das konnte Horst Lichter kaum fassen. "Was machst du heute beruflich?", hakte er nach. "Ich betreue psychisch und physisch kranke Menschen im Alltag", antwortet die Bezugsbetreuerin.
"Lindenstraßen"-Star darf nicht in den Händlerraum
Doch eigentlich war sie ja wegen der Parfümfläschchen ihrer verstorbenen Oma da. "Die hat eine sehr große Flacons-Sammlung", einen Teil davon wollte Cosima nun veräußern. Die Großeltern waren viel unterwegs: "Von diesen Reisen hat sie immer wieder Flacons mitgebracht." Die Objekte erinnerten an das Parfüm der italienischen Designerin Nina Ricci L'Air du Temps. "1951 gab es nach Vorbildern, die ab 1948 gemacht worden sind, den ersten Flacon dieser Art aus dem französischen Luxushaus Lalique", erklärte der Experte.
"Bei diesen dreien steht Lalique drunter", deutete er auf die vorderen Flaschen. Bei den anderen fehlte der Hersteller komplett, ebenso der Hinweis auf Nina Ricci. Noch schlimmer: "Hier ist auch kein Glas dabei, sondern das ist Kunststoff." Seine Vermutung: "Es gab im Zuge der 80er-Jahre eine große Bewegung, dass diese Sachen in großer Stückzahl verfremdet nachgemacht worden sind." Denn auch an den drei leeren Flacons entdeckte Colmar Schulte-Goltz Unstimmigkeiten.
Die Gravur "Bottle Made by Lalique" hielt er "für eine französische Firma ungewöhnlich". Deshalb sein Fazit: Es handelt sich um Nachahmungen. "Das sind sogar Fälschungen!", sah es Horst Lichter noch drastischer. "Das heißt, meine Oma wurde richtig auf den Arm genommen?", musste Cosima diese Informationen erst verdauen. "Ich darf dich da nicht rüberschicken", behielt Horst Lichter die Händlerkarte für sich.
Cosima trug es mit Fassung: Tut mir ein bisschen leid für meine Omi, die ist ja anscheinend jemandem auf den Leim gegangen", meinte die Schauspielerin. Dann überlegte sie: "Wobei ich gar nicht weiß, ob sie den Anspruch hatte, einen echten Lalique-Flacon zu erstehen."