Christian Streich witzelt im ZDF über Buchklub, gibt aber zum WM-Start zu: "Kenne die Spieler gar nicht"

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WM-Kolumne: Eröffnung
Seine Pause vom Fußball nutzte Christian Streich im Buchklub und beim Reparieren von Fahrrädern.
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Aleksandar Pavlović gab im Interview mit Lili Engels zu: "Ich kannte Curaçao gar nicht."
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Der Beweis: Per Mertesacker (Foto, hinten, Mitte) hat mal Shakira getroffen.
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In Berlin wird groß gefeiert: Christian Streich hat Geburtstag. Katrin Müller-Hohenstein bringt ihm ein Ständchen. Bei der WM-Eröffnung wird auch gesungen. Aber das kriegen die ZDF-Zuschauer nicht mit.

Mit dem Zweiten sieht man besser. Was "besser" bedeutet, ist aber Definitionssache. Die große Eröffnungsshow der XXL-WM in Mexiko sah man, wenn man das ZDF und nicht MagentaTV eingeschaltet hat, nämlich nicht. Oder nur so ein bisschen.

Lila Downs, Danny Ocean und die Rockband Maná entgingen den Zuschauern, weil die Mainzer in dieser Zeit Werbung zeigten. Man verpasste auch, wie ein riesiger WM-Pokal aus dem Boden gefahren wurde und Tanzgruppen im Azteken-Kostümen für Stimmung sorgten. Dafür gab's Mainzelmännchen im Fußballtrikot. Auch schön. Immerhin bekam man noch die letzten Klänge von Belinda und den Los Angeles Azules (der mexikanischen Antwort auf die Flippers) mit. "Es ist ausgelassen! Es ist wunderbar!", rief Kommentator Oliver Schmidt begeistert. Musste man mal so glauben.

Per Mertesacker teilt Flugzeug-Anekdote über Shakira

Den lang ersehnten Auftritt von Shakira gab es in voller Länge - und das ZDF-Publikum erfuhr zumindest, dass Per Mertesacker die Sängerin mal im Flieger getroffen hat, damals bei der WM 2010, aber "ich hatte keinen Kontakt", bekannte er mit verlegenem Lächeln. Man erfuhr das, weil die Regie sofort nach den letzten Tönen eilig wieder ins WM-Studio nach Berlin schaltete.

Vielleicht hatte jemand in der Sendezentrale Angst, dass sich doch noch Donald Trump ins Aztekenstadion geschmuggelt haben könnte, um persönlich mit Shakira die Hüften zu schwingen und dann mit dem Spielball und dem Pokal abzuhauen. Zuzutrauen wär's ihm. Seit der FIFA-Friedenspreisverleihung ist man ja einiges gewohnt.

Statt Musik und Tanz im Stadion sah man also die ZDF-Sitzecke vor der Monsterleinwand (!) im Berliner WM-Studio - wir kennen die schon von der EM und den Olympischen Spielen. Gesungen wird aber auch dort. Christian Streich, neuerdings TV-Experte, hatte nämlich Geburtstag. Da brachte ihm Katrin Müller-Hohenstein gleich mal ein Ständchen. Und Jochen Breyer entschuldigte sich: "Wir konnten dir das nicht ersparen. Ich hoffe, du hast dir nicht überlegt, gleich wieder rauszugehen."

Streich über Literaturklassiker: "Das ging ewig"

Der Ex-Freiburg-Trainer war eine Weile raus aus dem Fußballgeschäft. "I hab Fahrrad reparieren gelernt. Bedingt", antwortete er auf die Frage, was er in all der Zeit so getrieben habe. Und auf einem Literaturtreff "1000 Seiten 'Moby Dick' gelesen. Das ging ewig". Das hat man doch gleich im Ohr: "Nennt'sch mi Ischmael." Man möchte sich sofort das Hörbuch kaufen.

Streich, so berichtete Jochen Breyer, habe darauf bestanden, in seiner neuen Aufgabe kein "Guru" sein zu wollen, der alles besser weiß. "Heißt das, du bereitest dich auf die Spiele vor, als wärst du noch Trainer?" "Ein bisschen", entgegnete Streich mit feuchten Augen. "Mir fehlen meine geliebten Kollegen." Das meint der Mann kein bisschen ironisch. Man muss ihn einfach gernhaben.

Bei WM-Eröffnungsspiel: ZDF-Experte Christian Streich kennt Spieler nicht

Dann gab Christian Streich noch zu, dass er die südafrikanischen Spieler, die gegen Mexiko im Eröffnungsspiel antreten werden, gar nicht kennt. "I weisch scho gar nicht, wie die ausgesproche werde." Da hatte er im weitesten Sinne etwas gemeinsam mit Deutschlands neuem Mittelfeldregisseur Aleksandar Pavlović. Der wusste vor der Auslosung nicht, dass es ein Land namens Curaçao gibt.

Dass der Karibikstaat, der so viele Einwohner hat wie Paderborn (immerhin wieder 1. Liga!), die WM mitmachen darf, liegt natürlich daran, dass das Turnier auf 48 Mannschaften ausgeweitet wurde. "Aufgebläht", meinen manche. Christian Streich ist da anderer Meinung, das war in einem Interview vor Turnierbeginn zu lesen. Und auch Christoph Kramer fand: "Das ist doch voll schön, wenn so Kap Verde mitspielt." Und schob hinterher: "Aber die FIFA verpasst es gerade, die WM für alle schönzumachen." Wie immer hat er recht: Mit dem großen, friedlichen Fußballfest wird es diesmal wohl nichts werden. Vielleicht klappt's ja 2038 wieder ...

Quelle: teleschau – der mediendienst