In der dreiteiligen ARD-Doku "The Taylor Swift Years" geht es um die politische Haltung und vor allem Enthaltung von Taylor Swift. Denn gerade Letzteres stößt vielen Fans übel auf. Sind die Meinungen des Superstars wirklich ehrlich oder doch nur Kalkül?
Nun sag, wie hast du's mit der Politik? Es ist die große Frage, die Fans lange Zeit nur zu gerne von Taylor Swift beantwortet bekommen hätten - und worüber sich viele immer noch nicht ganz im Klaren sind. Vor ein paar Jahren bezog die Sängerin, die "Forbes" kürzlich zur reichsten Musikerin der Geschichte erklärte, erstmals Stellung, äußerte sich seitdem immer mal wieder zu politischen Debatten, Diskriminierung und LGBTQ+-Rechten.
Doch einigen Fans ist das zu wenig, zu spät, zu taktisch, wie die dreiteilige ARD-Doku "The Taylor Swift Years" zeigt.
Wie Kulturjournalistin Zing Tsjeng in der dritten Folge mit dem Titel "End of an era?" (abrufbar in der ARD-Mediathek) über Taylor Swift erklärt, habe es eine Zeit gegeben, "in der die extreme Rechte sie sogar für sich beanspruchte und sie als 'arische Göttin' bezeichnete. Denn sie ist blond, weiß und sagte lange nicht, wo sie politisch steht."
Als 2016 fast die gesamte amerikanische Pop-Welt Hillary Clinton bei der Wahl zur US-Präsidentin unterstützt, um Donald Trump zu verhindern, kommt von Taylor Swift kein Ton. "Diese Form von Reichweite, die Taylor hat, ist irgendwie automatisch immer politisch. Selbst Schweigen wird auf ihrer Seite politisch interpretiert", weiß Musik-Experte Julian Krohn.
Zwei Jahre später bricht die Sängerin dann aber ihr politisches Schweigen und spricht sich bei der Senatswahl in Tennessee für den demokratischen Kandidaten aus. Von da an ist alles anders: Taylor Swift kämpft plötzlich für LGBTQ+-Rechte und gegen Rassismus. Sie teilt ihre Meinungen nun öffentlich - doch ist das alles ehrlich oder bloß taktisch?
"Wie glaubwürdig ist das dann noch?"
Als Donald Trump 2024 erneut bei der US-Präsidentschaftswahl kandidiert, schweigt der Popstar auf einmal wieder. Er versucht, die Fans der Musikerin auf seine Seite zu ziehen - unter anderem mit KI-Bildern, auf denen sie vermeintlich für Trump wirbt. Doch von Taylor Swift kommt lange nichts.
"Taylor Swift macht für mich Textbook-White-Feminism: Sie kann sich immer dann äußern, wenn es für sie passt und ansonsten einfach auch mal den Mund halten. Die Frage ist immer nur, wie glaubwürdig ist das Engagement denn dann noch, wenn es zu sehr an ihre eigene Person, an ihren eigenen Vorteil in dem Moment gekoppelt ist?", hinterfragt TV-Moderatorin Hadnet Tesfai in der ARD-Doku.