Sie klingt wie fröhliches Kauderwelsch, folgt aber tatsächlich doch einigen Regeln: Hinter der Sprache der Minions steckt weit mehr als zufälliger Nonsens.
"Bello!", "Poopaye!", "Bananaaa!" - Wer die Minions reden hört, versteht zunächst einmal vor allem fröhliches Kauderwelsch. Doch hinter der scheinbar sinnlosen Fantasiesprache steckt ein überraschend durchdachtes System. Die kleinen gelben Kultfiguren, die nun in "Minions & Monster" (Kinostart: 1. Juli) erneut die große Leinwand erobern, sprechen eine eigene Kunstsprache, die sich aus zahlreichen Einflüssen zusammensetzt.
Es ist eine Mischung aus Fantasiewörtern, Lautmalereien und Begriffen, die an echte Wörter angelehnt sind. So bedeutet "Bello!" schlicht "Hallo", "Poopaye" heißt "Auf Wiedersehen" und "Tank yu!" ist unschwer als "Danke" zu erkennen. Auch Wörter wie "Gelato" (italienisch für "Eis"), "Kan pai" (japanisch für "Prost") oder "Para tu" ("Für dich" auf Spanisch") lassen sich mit entsprechender Fremdsprachenkenntnis leicht erschließen.
Andere Begriffe ergeben Sinn allerdings erst durch Gestik, Mimik und den jeweiligen Kontext - mit dem man erkennen kann, dass "Tatata bala tu!" so viel wie "Ich hasse dich!" bedeutet. Auch zählen können die gelben Wesen - allerdings nur bis drei: "Hana" steht für Eins, "Dul" für Zwei, "Sae" für Drei. Alle weiteren Zahlen entstehen durch Aneinanderreihung, aus Vier wird so "Duldul", aus "Sieben" dementsprechend "Sae-sae-hana".
Regisseur: Man versteht die Minions - ohne sie zu verstehen
Anders als etwa bei "Avatar" oder "Star Trek" kam bei den Minions kein professioneller Linguist zum Einsatz. Die komplette Kunstsprache stammt von den Regisseuren Pierre Coffin und Chris Renaud - die meisten Aufnahmen sprach Coffin sogar selbst ein. Sein Rezept: "Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch" und viele weitere Sprachen mischen - und mit jeder Menge Essens-Referenzen garnieren.
Im neuen Film treibt er dieses Prinzip auf die Spitze. Wie "Empire" berichtete, enthält "Minions & Monster" eine rund 15-minütige Sequenz, in der ausschließlich die Minions-Sprache zu hören ist. Verständlich bleibt es trotzdem, wie Coffin erklärt: "Der ganze Sinn dahinter ist, dass man sie nicht versteht, wenn sie sprechen - und sie trotzdem versteht."
Einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten
Ursprünglich als Nebenfiguren für "Ich - Einfach unverbesserlich" (2010) gedacht, stahlen die Minions als treue Helfer von Superschurke Gru schon im ersten Film den eigentlichen Hauptfiguren die Show. Slapstick, kindliche Neugier und Begeisterungsfähigkeit machten sie zu heimlichen Stars.
2015 bekamen sie mit "Minions" ihren ersten eigenen Film und damit auch ihre Vorgeschichte: Seit Urzeiten, so die Erzählung, sind sie auf der Suche nach dem größten und beeindruckendsten Anführer. 2022 folgte mit "Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" ein weiteres Prequel über die frühe Beziehung zum jungen Gru. Zusammen mit der "Ich - Einfach unverbesserlich"-Reihe wuchs daraus einer der erfolgreichsten (Animations-)Franchises überhaupt. Über 5,6 Milliarden Dollar spielten die inzwischen sieben Filme zusammengerechnet ein.