Schon eine Netflix-Doku machte deutlich, wie schlecht es ihm geht. Jetzt ist Haftbefehl unter «ärztlicher Aufsicht» und sagt Shows ab. Wieso interessiert das Schicksal des Rappers so viele Leute?
Eigentlich sollte Haftbefehl (40) jetzt wieder auf der Bühne stehen. Doch dann wurde bekannt, dass der erfolgreiche Rapper, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, seine Shows in Düsseldorf und Berlin wegen gesundheitlicher Probleme absagen muss. Nachdem sein Bruder Cem Anhan in den sozialen Medien berichtet hatte, dass sich Haftbefehl «unter ärztlicher Aufsicht» befinde, folgten schnell viele Genesungswünsche und Tausende Kommentare.
Das Interesse an dem Offenbacher Künstler («069», «Chabos wissen wer der Babo ist»), der vor fast einem Jahr mit einer Netflix-Doku über sein Leben und seine Kokainsucht für viel Aufsehen sorgte, bleibt also weiterhin groß. Woran liegt das? Und wie geht es weiter?
Was über Haftbefehls Zustand bekannt ist
Haftbefehl befinde «sich gerade unter ärztlicher Aufsicht und muss sich gerade voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren», sagte Cem Anhan, der auch unter dem Rappernamen Capo bekannt ist, kürzlich in einem Video bei Instagram und TikTok. Deshalb könne er gerade selbst nicht zu seinen Fans sprechen. Details zu Haftbefehls Gesundheitszustand nannte er nicht. Das Management teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es ihm von Tag zu Tag besser gehe. Er gewinne zunehmend an Kraft. Der Rapper hatte in dem 2025 erschienenen Netflix-Film offen über seine Drogensucht gesprochen, die fast tödlich endete.
Mittlerweile zählt das Video seines Bruders bei Instagram und TikTok Tausende Kommentare und Likes und wurde millionenfach aufgerufen. Rapper Marteria etwa kommentierte mit drei Herzen, Rapper Samra schrieb: «Gesundheit ist alles! viel Kraft und gute Besserung».
Schon im Juni hatte der Rapper aus gesundheitlichen Gründen eine Auftrittspause angekündigt. In einem Instagram-Beitrag schrieb er damals: «Meine lieben Leute, viele von euch haben die Doku gesehen und wissen, dass ich seit längerer Zeit mit gesundheitlichen und persönlichen Herausforderungen zu kämpfen habe». Die «große Aufmerksamkeit» danach und «der ganze Rummel» hätten ihn zusätzlich belastet.
Wieso Haftbefehls Geschichte weiter so interessiert
In der Netflix-Doku «Babo - Die Haftbefehl-Story» von Juan Moreno und Sinan Sevinç, die vor fast einem Jahr erschien, hatte Haftbefehl ausführlich über psychische Probleme und seinen Drogenkonsum gesprochen. In vielen Aufnahmen wirkt er schwer gezeichnet, bei einem Auftritt kann er sich kaum auf den Beinen halten. Der Film wurde zum Streaminghit und heiß diskutiert.
Aus Sicht des Soziologen Martin Seeliger von der Universität Bremen interessiert das Schicksal des Rappers auch nach der Veröffentlichung der Doku weiter, weil er zum einen ein «außergewöhnlicher Künstler sei». Das sei aber nicht alles. Als Person sei er skurril, interessant, unterhaltsam und nun bewirkten nicht zuletzt Berichte über Drogenkonsum, dass wieder über ihn gesprochen werde.