Die Musik der 80er klang ... ja, wenn sich das so leicht sagen ließe! In diesem Jahrzehnt war die Spaßmusik der Neuen Deutschen Welle in, es gab Heavy, Hair und Thrash Metal und mit den Ärzten und den Toten Hosen gründeten sich die einflussreichsten deutschen Punk-Bands, Abba nahmen sich eine "Pause", und die Menschen schwoften in Franken auch zu Bruce Springsteen, U2 und dem Ententanz - das Spektrum war vielfältig.

Über Genregrenzen hinweg typisch war der Computer als neues Instrument: Elektronische Klänge gibt's von Kraftwerk bis Madonna. Neue Studiotechnik ermöglichte den typischen Synth-Pop-Sound mit Hits wie Fade To Grey (Visage), Sweet Dreams (Eurythmics), Tainted Love (Soft Cell), Big in Japan (Alphaville), It's a sin (Pet Shop Boys) oder People Are People (Depeche Mode). Auf dem Iron-Maiden-Album Somewhere in Time kommen erstmals Gitarrensynthesizer zum Einsatz.

Drumcomputer, Sampler und Effektgeräte haben die Produktionen aus diesen Jahren geprägt. Welche Musik wichtig war, welche bis heute hörenswert ist, bleibt aber subjektiv. Nummer-1-Hits gab es viele, manche kennt heute kaum noch einer, andere sind immer noch beliebt. Die Auswahl hier orientiert sich an den offiziellen deutschen Charts vom Bundesverband Musikindustrie - und zwar nicht an den Nummer-1-Hits der einzelnen Wochen, sondern an den Jahreshitparaden für die erfolgreichsten Singles und Alben.

1980

Mit dem Album The Wall erreicht die britische Rockband Pink Floyd 1980 Platz 1 der offiziellen deutschen Album-Jahrescharts. Die Single Another Brick in the Wall wird für mehrere Schülergenerationen zur Hymne (Sommerferienstart!). Die spektakulär inszenierten Konzerte wurden nur an vier Orten aufgeführt - und zehn Jahre später nach dem Fall der Mauer in Berlin noch einmal auf dem ehemaligen Todesstreifen, mit teils neuer Interpretation. 1980 veröffentlichten außerdem AC/DC ihr erfolgreichstes Album Back in Black und Abba Super Trouper. Die erfolgreichste Single des Jahres war Sun of Jamaica der Goombay Dance Band, Mike Krügers Der Nippel kam auf Platz 10.

1981

Obwohl die Melodie bereits seit Ende der 50er Jahre bekannt war, schaffte es die holländische Band Electronica's mit ihrer Version von Dance Little Bird, 1981 in Deutschland die erfolgreichste Single in der Jahreshitparade zu veröffentlichen: Das Lied ist auch bekannt als Ententanz und landete vor Stars on 45, Kids in America (Kim Wilde), Fade to Grey (Visage). Erfolgreichstes Album war QE2 (Mike Oldfield).

1982

Dolce vita von der Spider Murphy Gang liegt 1982 in den Album-Jahrescharts knapp vor "Für usszeschnigge!" von BAP. Bekannte Singles sind Polonäse Blankenese (Gottlieb Wendehals), Ein bisschen Frieden und NDW-Hits wie Da da da (Trio), Goldener Reiter (Joachim Witt), Ich will Spaß (Markus), Skandal im Sperrbezirk (Spider Murphy Gang). Auf Platz 1 der Single-Jahrescharts kommt aber Maid of Orleans (OMD).

1983

Platz 1 der deutschen Album-Jahrescharts gehört 1983 der Platte Nena - noch vor Michael Jacksons Thriller, das Ende '82 herauskam und mit 140 Millionen als meistverkauftes Pop-Album gilt. Die Toten Hosen veröffentlichen ihren Klassiker Opel-Gang, kommen aber nicht in die Top-Charts. Bei den Singles war What a Feeling (Irene Cara) auf Platz 1, gefolgt von Moonlight Shadow (Mike Oldfield) und Major Tom (Peter Schilling).

1984

Mit 4630 Bochum kommt Herbert Grönemeyer 1984 auf Platz 1 der Album-Jahrescharts. Big in Japan (Alphaville) steht bei den Singles an der Spitze, gefolgt von I Just Called to Say I Love You (Stevie Wonder). In den Top 10 sind in diesem Jahr auch Jenseits von Eden (Nino de Angelo), Send Me an Angel (Real Life) und The Never Ending Story (Limahl). People Are People (Depeche Mode) schaffte es in Deutschland genauso wenig in die Jahres-Top-10 wie Purple Rain von Prince.

1985

Live Is Life von Opus war 1985 Spitzenreiter der deutschen Single-Jahrescharts und erreichte internationalen Hit-Status. You're My Heart, You're My Soul (Modern Talking) kam auf Platz 2, Rock Me Amadeus (Falco) auf Platz 3 - international ist es bis heute das einzige deutschsprachige Lied, das es sowohl in den USA als auch in Großbritannien auf Platz 1 schaffte. Erfolgreichstes Album in Deutschland war Born in the U.S.A. (Bruce Springsteen), gefolgt von Private Dancer (Tina Turner).

1986

Mit Jeanny, Part I, führt Falco 1986 die Single-Jahrescharts an, bei den Alben steht Movin von Jennifer Rush an der Spitze. Madonna schafft mit ihrem dritten Album True Blue in 28 Ländern den Sprung auf Platz 1, in den deutschen Album-Jahrescharts auf Platz 6. Nicht gelistet sind die einflussreichen Alben The Queen Is Dead der britischen Indie-Band The Smiths, Master of Puppets von Metallica und Bon Jovis Slippery When Wet.

1987

Erfolgreichste Single in der Jahreshitparade war 1987 Voyage, voyage (Desireless) gefolgt von Madonnas La Isla Bonita und I Wanna Dance with Somebody (Whitney Houston). Die Album-Jahrescharts führte The Joshua Tree von U2 an, auf Platz 2 kam Heart over Mind von Jennifer Rush und Break Every Rule von Tina Turner auf Platz 3. Michael Jacksons Bad erreichte in den deutschen Jahrescharts den achten Rang.

1988

Dirty Dancing (Soundtrack), Ö von Herbert Grönemeyer

und Bad von Michael Jackson landen 1988 auf den ersten drei Plätzen der Album-Jahrescharts, bei den Single-Charts sind es Girl You Know It's True des Duos Milli Vanilli, Im Nin'alu von Ofra Haza und Rainhard Fendrichs Macho, Macho.

1989

Mit Looking for Freedom kam David Hasselhoff 1989 auf den ersten Platz der Single-Jahrescharts - unter den Spitzenreitern des Wendejahres waren auch Hits wie The Look (Roxette), Lambada (Kaoma), Like a Prayer (Madonna) und Don't Worry, Be Happy (Bobby McFerrin). Top-Album wurde Ancient Heart von Tanita Tikaram.