Die Zahl der Verkehrstoten ist im Freistaat entgegen dem bundesweiten Trend im vergangenen Jahr leicht um zwei Opfer auf 616 gestiegen. Das teilte gestern Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. Bei den Getöteten sind die Zahlen in Niederbayern, der Oberpfalz, Oberfranken und Mittelfranken rückläufig. Im gesamten oberfränkischen Regierungsbezirk kam es im Jahr 2016 zu insgesamt 32 311 Verkehrsunfällen.

"Obwohl wir 2016 erneut einen Anstieg der Verkehrsunfälle in Oberfranken registrieren mussten, reduzierte sich die Anzahl der Verkehrstoten innerhalb der vergangenen zehn Jahre erfreulicherweise um über 50 Prozent. Seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1953, sank damit die Anzahl der Verkehrstoten auf den zweitniedrigsten Stand", stellte Oberfrankens Polizeipräsident Reinhard Kunkel fest und kündigte gleichzeitig an: "Mit unseren bewährten Verkehrssicherheitsmaßnahmen wollen wir deshalb auch weiterhin die Sicherheit auf den oberfränkischen Straßen verbessern."


Raserei als Hauptursache

Raserei war bei 2076 Verkehrsunfällen (2015: 1911) schuld an Unfällen im Bereich Oberfranken. Dabei starben 14 Verkehrsteilnehmer (2015: 18). Wie auch in Bayern ist dies die Hauptunfallursache Nummer 1. Bei Verkehrsunfällen mit überhöhter Geschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften verloren in Oberfranken 13 Menschen ihr Leben und 745 Personen erlitten Verletzungen. Innerorts wurde eine Person getötet.

Oberfrankens Polizeisprecher Alexander Czech erklärte: "Eine Reduzierung der Geschwindigkeitsunfälle will die Polizei mit einer erneuten Beteiligung am bayernweiten 24-Stunden-Blitzmarathon sowie mit einer Schwerpunktaktion Geschwindigkeit erreichen." Ziel beider Verkehrssicherheitsaktionen sei es, bei der Bevölkerung das Bewusstsein für die Gefahren überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit auf den Straßen zu wecken.


Mehr Opfer durch Alkohol

Bedenklich: Die Zahl der Kollisionen im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss sei bayernweit angestiegen. Laut Innenminister Herrmann kamen 58 Menschen deshalb ums Leben, 18,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Oberbayern und Schwaben kamen übrigens ebenfalls mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben, besonders stark ist der Anstieg der Verkehrstoten in Unterfranken (plus 21,4 Prozent).