Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Rundfunkbeitrag in den kommenden fünf Jahren deutlich teurer werden könnte. Nach internen Berechnungen könnte der Rundfunkbeitrag ab 2021 somit auf mehr als 19 Euro im Monat steigen.

Generell ist jeder Einwohner Deutschlands dazu verpflichtet, diesen Beitrag zu zahlen. Wie viel das ist und was man tun muss, um sich von der Zahlung befreien zu lassen, können sie hier nachlesen.



Was ist der Rundfunkbeitrag und wer muss ihn zahlen?

Der Rundfunkbeitrag ist eine Abgabe, die von jedem Bürger gezahlt werden muss. Durch den Beitrag wird das Programm der ARD, ZDF und des Deutschlandradios finanziert. Dabei gilt die einfache Regel: Eine Wohnung - ein Beitrag.
Wie es auf der Website des Beitragsservices heißt, spielt es keine Rolle, wie viele Menschen ist der Wohnung leben oder wie viele Rundfunkgeräte vorhanden sind. Der Beitrag beträgt pro Wohnung immer 17,50 Euro pro Monat.

Wohnen mehrere Menschen zusammen in einer Wohnung (wie zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft oder auch im Familienhaushalt) meldet sich nur eine Person an und zahlt im Namen aller den Beitrag.


In meiner Wohnung gibt es weder Fernseher noch Radio - muss ich trotzdem zahlen?

Hier lautet die Antwort meist, ja. Der Rundfunkbeitrag deckt beispielsweise auch das Autoradio in privat genutzten Fahrzeugen ab. Da man die Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch auf anderen Wegen nutzen kann, schließt der Beitrag auch die Angebote auf Tablets und Smartphone mit ein.

Sobald also ein Bewohner die Angebote über Fernseher, Radio, Computer, Tablet oder Smartphone nutzen kann, besteht auch die Pflicht, den Beitrag zu bezahlen.


Wozu gibt es den Rundfunkbeitrag überhaupt?

Berichterstattung:
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt frei zugängliche Informationen für alle Bewohner Deutschlands zur Verfügung, so heißt es auf der Website des Beitragsservices. Die Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag ermöglicht dabei eine unabhängige Berichterstattung, ganz frei von wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Die Finanzierung deckt sich nämlich laut Internetseite des Beitragsservices fast ausschließlich durch den Rundfunkbeitrag. Anders beim privaten, werbefinanzierten Rundfunk, wie zum Beispiel RTL oder ProSieben, ist der Einfluss durch Werbepartner oder durch den Staat somit ausgeschlossen. Darüber hinaus kontrollieren unter anderem die Verwaltungsräte, ob ARD, ZDF und Deutschlandradio sparsam wirtschaften.

Keine Werbung:
Die Zahlung entlastet in gewisser Weise auch den Nutzer: Es gibt nämlich kaum Werbung. Der zeitliche Werbeanteil im Programm von ARD und ZDF liegt jeweils bei rund einem Prozent. Sonn- und Feiertage sind komplett werbefrei. Deutschlandradio sendet ebenfalls komplett werbefrei, genauso wie die regionalen Programme der ARD, ARTE, 3sat, PHOENIX und KI.KA. Auch in den Internetangeboten und Digitalkanälen gibt es keine Werbung.


Wann ist man vom Rundfunkbeitrag befreit?

Menschen, die staatliche Sozialleistungen erhalten, wie zum Beispiel BAföG oder Arbeitslosengeld, können eine Befreiung beantragen. Menschen mit Behinderungen zahlen einen ermäßigten Beitrag.

Empfänger von staatlichen Sozialleistungen
Wer zum Beispiel Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Grundsicherung im Alter bekommt, kann sich auf Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu ist ein Nachweis der betreffenden Behörde notwendig.

Empfänger von Ausbildungsförderung
Wer BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld erhält und nicht bei seinen Eltern wohnt, kann sich mit Nachweis befreien lassen.

Menschen mit Behinderung
Mit dem Merkzeichen "RF" im Schwerbehindertenausweis können Menschen mit Behinderung einen Antrag auf Beitragsermäßigung stellen: Sie zahlen nur ein Drittel, also 5,83 Euro im Monat. Auch taubblinde Menschen und Empfänger von Blindenhilfe können sich auf Antrag befreien lassen, wenn sie den entsprechenden Nachweis erbringen.


Das gilt für Selbstständige und Freiberufler

Wenn Selbstständige oder Freiberufler, die von zu Hause aus arbeiten, bereits in ihrer Wohnung Rundfunkbeitrag bezahlen, müssen sie für ihre Betriebsstätte nicht noch einen gesonderten Beitrag zahlen. Sie zahlen also nur einmal.


Das passiert beim Umzug in eine andere Wohnung

Wenn Sie bereits Rundfunkbeitrag zahlen, müssen Sie dem Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio Ihre neue Adresse mitteilen. Wenn Sie noch keinen Rundfunkbeitrag zahlen, dann melden Sie sich am besten an. Pro Wohnung muss nur eine Person angemeldet sein.

Wenn in Ihrer neuen Wohnung jemand lebt, der bereits Rundfunkbeitrag zahlt, können Sie sich abmelden. Dazu müssten Sie dem Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio Ihre alte Beitragsnummer und die des bereits angemeldeten Mitbewohners nennen.


Weitere Informationen

Mehr Infos zum Rundfunkbeitrag finden Sie zum Beispiel auf der Beitrags-Website oder der Infobroschüre.

Formulare zur Befreiung, Abmeldung der Wohnung oder sonstigen Anliegen gibt es hier.


mit dpa