Die genaue Ursache des Unglücks steht noch nicht fest. «Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus», sagte Ursu. «Die Lebensrettung steht an erster Stelle», betonte der CDU-Politiker. Am Montagabend waren insgesamt 140 Einsatzkräfte am Unglücksort. Unterstützung komme von allen Seiten. Zudem sind Höhenretter im Einsatz.
Hunde kriechen in Löcher - Überlebenschance bei 72 Stunden
Die Arbeit der Einsatzkräfte wird auch am Dienstagabend weiter dadurch erschwert, dass unter den Trümmern möglicherweise Gas austritt. Eine große Gefahr bei der Rettungsaktion ist den Angaben nach, dass sich nach wie vor Gas in Hohlräumen befinden könnte. Die Stadtwerke hatten eigenen Angaben nach am Dienstagnachmittag die Gaszufuhr in dem betroffenen Bereich abgestellt.
An der Unfallstelle war das Problem dadurch jedoch nicht gelöst worden, deshalb frästen Mitarbeitende der Stadtwerke Teile der Straße auf. Sie wollen so an die Gaszufuhr gelangen.
Auch, um Maschinen für den Einsatz bereitzuhalten, musste die Kreuzung James-von-Moltke-Straße/Dr.-Kahlbaum-Allee/Blockhausstraße nahe der Unfallstelle gesperrt werden. Die Polizei warnt vor Einschränkungen im Verkehr, die auch am Mittwoch weiterbestehen könnten.
Baustatiker waren vor Ort, Häuser links und rechts der Einsturzstelle können später wieder bezogen werden, aber nicht, bevor die Personensuche abgeschlossen ist.
Von den 54 Leuten, die von der Evakuierung betroffen sind, sind vier in einer städtischen Villa untergebracht. Jene von ihnen, die in entfernteren Häusern wohnen, konnten am Dienstag in ihre Häuser zurückkehren, hatten dort laut Polizei jedoch kein warmes Wasser.
Anwohner schildern dramatische Minuten - unter Tisch gekrabbelt
Eine Anwohnerin beschreibt am Tag danach die Explosion und wie viel Rauch durch das gekippte Balkonfenster in ihre Wohnung zog. «Es war wie so eine Bombe», sagte Kerstin Wauer. Ein anderer Anwohner sagte dem Sender «Radio Lausitz», es habe einen großen Knall und eine große Erschütterung gegeben.
«Ich bin instinktiv erst mal unter den Tisch gekrabbelt und habe dann den Notruf gewählt», betonte er. Vom Balkon aus habe er schreiende Menschen vernommen. «Als gelernter Klempner habe ich gleich an Gasexplosion gedacht.» Ein anderer Augenzeuge sagte: «Ich dachte schon, bei uns fällt ebenfalls das Haus ein, das hat so einen Hieb gegeben.»
Görlitz als Filmkulisse gefragt
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.