Die Bundesregierung dementiert Berichte über ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren. Die Rentenkommission hat dazu noch keine Entscheidung getroffen und prüft verschiedene Vorschläge.
Die Bundesregierung hat einen "Bild"-Bericht über eine mögliche Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre zurückgewiesen. Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) äußerte im Fernsehsender "Welt", dass es sich um Spekulationen handele und man mit solchen Wasserstandsmeldungen sehr vorsichtig sein müsse.
Eine Sprecherin des SPD-geführten Bundessozialministeriums erklärte, das Ministerium kommentiere keine vermeintlichen Zwischenstände aus der Rentenkommission.
Gerüchte zurückgewiesen: Keine Rente mit 70 – oder doch?
"Der Auftrag der Kommission ist es, Beschlüsse im Konsens zu fassen." Die Bundesregierung vertraue auf die hohe Kompetenz und Expertise der Kommissionsvorsitzenden, um einvernehmliche Empfehlungen der gesamten Kommission zu erreichen.
Mitglieder der Rentenkommission wiesen in den Funke-Zeitungen den Bericht ebenfalls zurück: Der CDU-Politiker Pascal Reddig sagte, er kommentiere wegen strikter Vertraulichkeit keine Inhalte. "Allerdings kann ich sagen, dass der Bericht schon deshalb nicht zutrifft, weil wir bislang über die beschriebenen Punkte noch keine Beschlüsse getroffen haben."
Die SPD-Politikerin Annika Klose bemerkte, vieles sei noch nicht entschieden, man brauche noch vier bis fünf Wochen. Demnach könne sie sagen, dass der Bericht "nicht stimmt".
Experten sollen dazu geraten haben, das Rentenalter auf 70 zu erhöhen
Auch das "Handelsblatt" berichtet, mehrere Mitglieder der Rentenkommission hätten ihm gegenüber dementiert, dass sich die Kommission auf ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren geeinigt habe.
"Bild" zufolge wollen die Experten der vertraulich tagenden Kommission dazu raten, das Renteneintrittsalter schrittweise von 67 auf 70 Jahre zu erhöhen. Gelten solle das ab Anfang der 2060er Jahre und würde somit Menschen betreffen, die nach 1990 geboren sind.