Chip-Pflicht für Katzen und Hunde kommt: Darauf müssen sich Tierhalter einstellen

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Hunde und Katzen in der EU müssen künftig mit Mikrochips gekennzeichnet werden. Die neuen Regeln sollen den illegalen Handel mit Tieren erschweren und den Tierschutz stärken.

Hunde und Katzen in der EU sollen zukünftig mittels Mikrochips identifizierbar sein. Die EU-Mitgliedsstaaten haben in Brüssel endgültig grünes Licht für die neuen Regelungen gegeben, die unter anderem den illegalen Handel mit den Tieren eindämmen und ihren Schutz verbessern sollen.

Für die Chip-Pflicht sind mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen. Für Hunde tritt sie zehn Jahre nach Inkrafttreten in Kraft und für Katzen nach 15 Jahren – jeweils, wenn sie privat gehalten werden. Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen. Für Händler gelten die neuen Vorschriften hingegen bereits nach vier Jahren.

Chip-Pflicht für Hunde und Katzen: Gegen illegalen Handel

In Deutschland existiert bislang keine allgemeine Pflicht zur Chip-Registrierung für alle Hunde und Katzen. Viele Städte und Bundesländer haben jedoch bereits eigene Regelungen. Die neuen EU-Vorschriften müssen nun noch im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden, bevor sie in Kraft treten. Grundlage für diese neuen Regelungen war ein Vorschlag der Europäischen Kommission.

Künftig müssen alle Hunde und Katzen in einer nationalen Datenbank registriert werden. Die Daten können zwischen den EU-Ländern ausgetauscht werden, sodass ein Tier besser einem Halter zugeordnet werden kann. Entläuft beispielsweise ein Hund im Urlaub, kann so auch in einem Tierheim im Ausland leichter ermittelt werden, wohin er gehört. Zudem soll es erschwert werden, Hunde und Katzen, die unrechtmäßig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen. Für Händler und Züchter wird zudem festgelegt, dass sie die Tiere unter guten Bedingungen halten müssen.

Hunde und Katzen mit "extremen Merkmalen" dürfen nicht zur Zucht verwendet werden, wenn ein "hohes Risiko" für Leiden besteht. Genaue Definitionen dafür soll die EU-Kommission mit Fachleuten bis Juli 2030 festlegen. Stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen leiden beispielsweise häufig unter Atemnot. Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit diesen beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt.

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