Man muss keine 75 sein, um über den Einstieg in die Dusche, die Treppen im Haus oder schwer hochziehbare Rollos zu stöhnen. Auch in jüngeren Jahren dürfte das Wohnen ruhig bequemer sein, Stichwort: barrierefrei. Doch die wenigsten Häuser sind entsprechend ausgestattet und ein Umbau ist nicht gerade billig. Was viele nicht wissen: Für eine altersgerechte Sanierung gibt es Zuschüsse. Wer die öffentlichen Gelder unter welchen Voraussetzungen und bei welchen Stellen beantragen kann, erklären zwei Experten bei unserer Telefonaktion am morgigen Mittwoch.

In 30 Jahren werden etwa acht Millionen Menschen älter als 80 Jahre sein. Doch mit der Lebenserwartung ändern sich auch die Anforderungen an das Wohnen. Laut einer Studie des Bundesbauministeriums leben 93 Prozent der über 65-Jährigen in nicht altersgerechten Wohnungen.


Vor allem in selbst genutztem Eigentum bedeutet das, frühzeitig für eine neue Wohnqualität zu sorgen: barrierefreie Zugänge, Badumbauten sowie der Einbau von Aufzügen oder die Überbrückung von Treppenstufen sind nur einige der möglichen Maßnahmen.

Allein für die komplette Sanierung eines Badezimmers sind allerdings rund 15 000 Euro einzuplanen. "Umso wichtiger ist es daher, alle Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen", sagen Nicole Orf und Dirk Schüssler. Die beiden Experten - Orf arbeitet in der Wohnberatungsstelle der Stadt Bamberg, Schüssler beim Verband der Privaten Bausparkassen - beantworten am 18. September von 16 bis 18 Uhr alle Fragen zum Thema "Alter(n) ohne Hürden: Das seniorengerechte Eigenheim".

Spezielles Kfw-Programm

Erhältlich ist zum Beispiel im Rahmen des KfW-Programms "Altersgerecht Umbauen" ein zinsgünstiger Kredit für 22 verschiedene Umbaumaßnahmen. Das Darlehen umfasst 100 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 50 000 Euro pro Wohneinheit - unabhängig vom Alter des Antragstellers.

Immobilienbesitzer können ihr Vorhaben mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren und einer fünf- bis zehnjährigen Zinsbindung ab einem Effektivzins von einem Prozent finanzieren. Förderfähig sind im Rahmen des Programms auch barrierearme Balkone und Terrassen sowie altersgerechte, computergestützte Assistenzsysteme.
"Neben dem KfW-Programm gibt es die Möglichkeit, von den Bundesländern und Kommunen Unterstützung zu erhalten", sagen Orf und Schüssler. Der Freistaat Bayern zum Beispiel fördert die seniorengerechte Anpassung von bestehenden Eigenheimen und Mietwohnungen im Rahmen des Bayerischen Wohnungsbauprogramms mit einem leistungsfreien Baudarlehen von bis zu 10 000 Euro. Voraussetzung für eine Förderung ist unter anderem die Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen. Wichtig bei einer Antragstellung: Vor Bewilligung der Fördermittel darf nicht mit der Baumaßnahme begonnen werden.

Geld von der Pflegekasse

Alternativ können Pflegebedürftige für den Umbau auch Geld von der Pflegekasse erhalten. Zu beachten ist hier allerdings, dass meist nur die Maßnahmen gefördert werden, die im Maßnahmenkatalog der Kasse zu finden sind. Wie viel der Antragsteller dann erhält, richtet sich nach den Sanierungskosten und der individuellen Einkommenslage.

Wer das Rentenalter schon erreicht hat oder kurz davor steht, kann auch einen Bausparvertrag für eine altersgerechte Sanierung verwenden. Eine Gesetzesänderung im Sommer ermöglicht außerdem den Einsatz des Darlehens aus dem Wohn-Riestervertrag für altersgerechte Umbaumaßnahmen.

Ob nur das Bad barrierefrei werden soll, ob Stolperfallen entfernt oder Assistenzsysteme für Licht-, Haushalts- und Unterhaltungsgeräte eingebaut werden sollen ist letztlich eine individuelle Entscheidung. Die notwendigen Informationen zum altersgerechten Umbau und zu allen Finanzierungsmöglichkeiten gibt es bei unserer Telefonaktion.

Das sind die Experten unserer Telefonaktion


Nicole Orf ist Mitarbeiterin der Wohnberatungsstelle der Stadt Bamberg. Sie ist bei unserer Telefonaktion am Mittwoch, 18. September, von 16 bis 18 Uhr unter der Durchwahl 0951/188-381 zu erreichen.

Dirk Schüssler ist Finanzierungsexperte beim Verband der Privaten Bausparkassen. Er steht bei unserer Telefonaktion am Mittwoch, 18. September, von 16 bis 18 Uhr unter der Durchwahl 0951/188-383 für Fragen zur Verfügung.