Dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist im Wochenbericht vom 30. Dezember ein Fehler unterlaufen, der weitreichende Folgen hatte. Eine Zahl wurde nicht aktualisiert - und bot ein gefundenes Fressen für Corona-Leugner und Impfgegner in den sozialen Medien.

Dabei handelte es sich um die Anzahl der Ungeimpften, die nachweislich mit Omikron infiziert sind. Statt der neuen Zahl von 1.097 Ungeimpften waren noch immer 186 Ungeimpfte eingetragen, die Zahl aus der Vorwoche. Dadurch entstand der Anschein, dass sich überproportional viele geimpfte Menschen mit der Omikron-Variante anstecken.

Zahlen-Fehler beim RKI befeuert Impfgegner

"RKI zeigt, dass Omikron-Infizierte zu 95 Prozent die Geimpften ausmachen. Das heißt, einmal mehr, dass die Impfung nicht gerechtfertigt ist", hieß es unter anderem auf Twitter. Auch auf Facebook wurde der entsprechende Ausschnitt aus dem Bericht viel geteilt, um die Wirkung der Impfung anzuzweifeln.

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Inzwischen hat das RKI den Fehler korrigiert und einen entsprechenden Hinweis an den Anfang des Wochenberichts gesetzt. Insgesamt gab es Stand vergangener Woche 10.443 Fälle der Omikron-Variante in Deutschland. Doch nur bei knapp der Hälfte der erfassten Infizierten ist auch der Impfstatus bekannt. 1.097 der Betroffenen waren ungeimpft, 4.020 geimpft. Unter den Geimpften hatte der Großteil noch keine Booster-Impfung erhalten, die als wichtiger Schutz gegen die Omikron-Variante angesehen wird. Bei 1.137 Omikron-Infizierten wurde eine Auffrischungsimpfung angegeben.

Den Zahlen zufolge sind also immer noch mehr Geimpfte unter den Omikron-Fällen, bei denen der Impfstatus bekannt ist. Statistisch gesehen auch logisch, denn mehr als 70 Prozent der Deutschen sind inzwischen vollständig geimpft. Experten haben bereits damit gerechnet, dass die Omikron-Variante zu mehr Impfdurchbrüchen führen kann. Zum einen lässt der Impfschutz nach einer gewissen Zeit nach, zum anderen schützt die Corona-Impfung nicht zu 100 Prozent vor Ansteckung. Das Risiko einer Infektion und vor allem eines schweren Verlaufs ist dennoch wesentlich geringer, wie auch Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, kürzlich betonte.

Das RKI schätzt die Gefahr einer Infektion der aktuellen Datenlage nach für Ungeimpfte als sehr hoch ein. Für zweifach Geimpfte wird die Gefahr als hoch eingestuft und für Geimpfte mit Auffrischungsimpfung als moderat. Die "rasante Verbreitung der Omikron-Variante" hat die Risikobewertung für die gesamte Bevölkerung verschärft.

Der Umgang des Instituts mit dem Zahlen-Fehler sorgte für Kritik aus der Politik. Das Daten-Chaos "verwirrt Impfwillige, verunsichert Geimpfte und befeuert Querdenker", so der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß laut Bild. Zahlen-Fehler dürfe man nicht klammheimlich auf einer Webseite verstecken, "sondern muss sie offensiv und transparent korrigieren".

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