Vor dem 277. Franken-Derby lag der Fokus auf FCN-Star Zoma. Der Stürmer kann nach einem rasanten Match über den Prestigesieg jubeln - für die Tore sorgten aber andere.
Nürnbergs Derby-Sieger ließen sich noch lange vor dem Fanblock feiern. Die Anhänger skandierten inmitten von rotem Pyro-Rauch immer wieder euphorisch: "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey hey!"
Mit einem 4:2 (2:2)-Comeback-Erfolg hat der 1. FC Nürnberg nicht nur das Frankenduell bei Erzrivale Greuther Fürth gewonnen, sondern auch vorläufig Platz 1 in der 2. Fußball-Bundesliga übernommen.
Turbulentes Franken-Derby: Fürth zweimal vorn, doch am Ende jubelt der FCN
"Kompliment an meine Mannschaft", sagte FCN-Coach Miroslav Klose. "Hier zweimal zurückzukommen, das ist Charakter und Geschlossenheit, und das haben wir ausgestrahlt."
Zwei Siege in den ersten beiden Liga-Partien - das hatte der Club seit der Saison 2017/18 nicht mehr zustande gebracht. In einem ereignisreichen Duell avancierten die Doppelpacker Piet Scobel (26./74. Minute) und Julian Justvan (45.+3/54.) sowie Elfmeter-Killer Jan Reichert zu den Matchwinnern für die Gäste. "Diese Energie, die derzeit in der Mannschaft ist, und die Qualität, die wir auf den Platz bringen, das ist enorm viel wert", sagte Justvan.
Fürth indes haderte mit dem Rückschlag trotz zweimaliger Führung durch zwei Treffer von Kapitän Felix Klaus (22./Handelfmeter/41.). Der Routinier wurde dann zum tragischen Helden, als er in der 63. Minute per Foulelfmeter an Reichert scheiterte und den Ausgleich vergab. "Heute war ein Sieg drin, deswegen bin ich so enttäuscht", sagte Klaus.
Fürths Kapitän Klaus trifft ebenfalls doppelt - und scheitert an Reichert
Die 16.126 Zuschauer im ausverkauften Ronhof wurden bestens unterhalten. Einen starken Beginn der Gastgeber krönte Klaus vom Elfmeterpunkt; FCN-Verteidiger Tim Janisch hatte den Ball flapsig mit dem Arm gespielt. Die Fürth-Führung aber hielt nur kurz, ehe Scobel per Kopf aus kurzer Distanz ausglich.
Der FCN-Stürmer hätte nachlegen können, traf schön freigespielt vor Torhüter Florian Hellstern aber nur die Querlatte (32.). Einen noch sehenswerteren Assist zeigte danach Fürths Dennis Srbeny, der aus arger Bedrängnis Klaus tief schickte und mit dem 2:1 durch den Kleeblatt-Kapitän belohnt wurde.