Waldbrandexperte warnt: Brände in Deutschland könnten schnell eskalieren

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Deutschland kann viele Brände dank seines dichten Feuerwehrnetzes schnell klein halten. Doch wenn Vegetationsbrände eskalieren, zeigen sich schnell Schwächen, sagt ein Experte.

Deutschland ist nach Einschätzung des Waldbrandexperten Ulrich Cimolino nur bedingt auf größere Vegetationsbrände vorbereitet.

Eine Stärke hierzulande sei das flächendeckende Feuerwehrsystem. "Wir schaffen es, sehr viele Feuer klein zu halten, weil wir Feuerwehr in der Fläche haben", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) der Deutschen Presse-Agentur

Waldbrandexperte warnt: Deutschland hat Nachholbedarf in der Ausbildung

Schwierig werde es bei dynamischen Lagen: Kämen etwa Wind als treibender Faktor und die Topografie zusammen, könnten Brände schnell eskalieren. Vegetationsbrände seien anders als andere Brände, dafür brauche es geschulte Einsatzkräfte. Defizite sieht der Experte vor allem bei der Ausbildung. Es gebe keine nennenswerten zentralen Aus- und Fortbildungsstätten, die Taktik und Technik weiterentwickelten. 

Deutschland verfüge grundsätzlich über ausreichend Luftunterstützung: Mehr als 70 geeignete Hubschrauber von Länderpolizeien, Bundespolizei und Bundeswehr stünden für unterschiedliche Aufgaben zur Verfügung. Problematisch seien jedoch teils langwierige Anforderungswege und unterschiedliche Verfahren zwischen den Bundesländern, so Cimolino, der auch Mitglied der Forest Fire Commission des internationalen Feuerwehrverbands CTIF ist. 

Bei schnell laufenden Bränden könne man aus der Luft mit feuerhemmenden Mitteln die Ausbreitung verzögern und das Feuer an möglichst bereits vorhandenen Stopplinien aufhalten, sagte Cimolino. "Das Feuer selbst wird immer am Boden gelöscht!"

Kampfmittel als mögliches Risiko: "Munition wird nicht besser"

Mit Blick auf den Brand im Hürtgenwald verwies Cimolino auf die Vergangenheit der Region als Kampfgebiet im Zweiten Weltkrieg. "Die Munition wird nicht besser, wenn sie älter wird", sagte er. Für Einsätze auf Munitionsverdachtsflächen brauche es unter anderem mehr geschützte beziehungsweise gepanzerte Fahrzeuge.

Vorschaubild: © Federico Gambarini/dpa