Nürnberg
Ermittlungen

Fall Heidi D.: Polizisten durchsuchen drei Tage lang Anwesen der Vermissten - Erste Befunde liegen vor

Fischbach bei Nürnberg: Seit 2013 wird die Postbotin Heidi D. vermisst. Nachdem ein Leichenspürhund auf dem Grundstück der Vermissten gebellt hat, startete die Polizei eine drei Tage andauernde Durchsuchungsaktion. Erste Befunde liegen vor.
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Die Polizei durchsucht das  Haus der vermissten Heidi D. in Nürnberg-Fischbach. Foto: NEWS5 / Grundmann
Die Polizei durchsucht das Haus der vermissten Heidi D. in Nürnberg-Fischbach. Foto: NEWS5 / Grundmann
Im Zeitraum zwischen dem 14. Mai und dem 16. Mai durchsuchte die Nürnberger Polizei das Wohnanwesen der vermissten Heidi D. in Nürnberg-Fischbach. Am Ende ergaben sich keine Hinweise auf den Aufenthaltsort der Frau.

Seit dem 14.November 2013 wird die damals 49-jährige Heidi D. vermisst. Ihr Lebensgefährte, ein heute 53-jähriger Mann, meldete sie vermisst. Seinen Angaben nach sei Heidi D. am frühen Morgen zum Laufen gegangen und seitdem nicht mehr zurückgekehrt.


Fall Heidi D.: Unglücksfall oder Verbrechen?



Die Nürnberger Polizei ermittelte von Anfang an in alle Richtungen, da nicht auszuschließen war, dass Heidi D. entweder einem Unglücksfall oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte.
Aufwändige und personalintensive Suchaktionen sowie offensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - unter anderem bei der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ...ungelöst" - blieben bisher ohne Erfolg.


Vor wenigen Wochen nun erhärtete sich der Verdacht, dass der Lebensgefährte möglicherweise mit dem Verschwinden seiner Freundin zu tun hat. Die akribischen Ermittlungen der Nürnberger Mordkommission führten dazu, dass in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Ermittlungsrichter einen Durchsuchungsbeschluss für das Anwesen in Nürnberg-Fischbach erließ.

Drei Tage durchsuchten Beamte der Nürnberger Polizei, der Mordkommission, Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, mehrere Diensthundeführer sowie Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes aus München diesen Beschluss das Anwesen der Vermissten.
Zudem kamen sogenannte "Archäologie-Hunde" zum Einsatz. Während Leichenspürhunde der Polizei auf Leichengeruch spezialisiert sind, besitzen diese Hunde die Fähigkeit, menschliche Knochen aufzuspüren.


Hausdurchsuchung der Vermissten: Spezialradar zeigt Veränderungen des Erdreiches an


Unterstützung bekam die Polizei zudem von der Technischen Universität München. Die Fachleute vom Lehrstuhl für zerstörungsfreie Prüfung verwendeten Spezialgeräte, die es erlaubten, sowohl Veränderungen des Erdreichs als auch der Wände und Betonböden mittels Spezialradar zu orten.

Mehrfach "verbellten" die eingesetzten Polizeihunde verdächtige Objektstellen. Auch die "Archäologie-Hunde" sprangen durch Absitzen an den gleichen Örtlichkeiten an. Im Anschluss daran wurden die Mitarbeiter der TU München aktiv.

Biologen des Bayerischen Landeskriminalamtes untersuchten verdächtige Räume und Gegenstände mit Luminol. Luminol ist bei Dunkelheit in der Lage, unter Emission von bläulichem Licht geringste Blutmengen nachzuweisen.


Suche nach Heidi D.: Der Brunnen wurde abgepumpt


Eine Vielzahl Polizeibeamter durchsuchte das rund 650 Quadratmeter große Grundstück einschließlich des zweistöckigen Wohngebäudes, einer Garage, mehrerer Gartenlauben und eines Lattenverschlages sowie den Inhalt eines Brunnens. Aus diesem wurde nach Abpumpen des Wassers Schlamm zunächst in Augenschein genommen, anschließend wurden Proben gesichert und zur weiteren Untersuchung den Kollegen des Bayerischen Landeskriminalamtes übergeben.

Um diese Durchsuchungsmaßnahme genauestens durchführen zu können, war es erforderlich, etlichen Unrat und Brennholz wegzuräumen und auf Lkw zwischenzulagern. Diese Arbeiten führten Beamte der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus.


Aufenthaltsort von Heidi D. weiterhin unbekannt


Am Ende des dreitägigen Einsatzes ergaben sich keine Hinweise auf den Aufenthaltsort der vermissten Heidi D. Gegen den unter Tatverdacht eines Tötungsdeliktes stehenden 53-jährigen Lebensgefährten wird gleichwohl weiterhin ermittelt.

Die Nürnberger Mordkommission ist nach wie vor auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Sie bittet daher erneut Zeugen, die Angaben zum Verschwinden oder zum Aufenthaltsort der vermissten Heidi D. machen können, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/ 2112 3333 zu melden.

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